Sport : Wärmende Eishalle

Die deutschen Eishockeyfans freuen sich nach dem 3:1 gegen die Ukraine über den Einzug in die WM-Zwischenrunde

Claus Vetter

Helsinki. Der Frühling in Helsinki lässt auf sich warten. Seit Tagen wird die finnische Hauptstadt von einem leichten Grauschleier bedeckt, und es regnet es in schöner Regelmäßigkeit. Wer es etwas heller und wärmer mag, ist derzeit drinnen besser aufgehoben als draußen: gute Voraussetzungen für eine Eishockey-Weltmeisterschaft. Und da die riesige Hartwall-Arena im Stadtteil Pasila auch allen Komfort bietet, haben die angereisten Fans aus Deutschland ihren Spaß in Helsinki. Natürlich auch, weil das deutsche Team seine Spiele bislang erfolgreich gestalten konnte. Nach dem 5:4-Sieg gegen Japan gewann das deutsche Team gestern 3:1 (0:1, 2:0, 1:0) gegen die Ukraine und qualifizierte sich bereits vor dem letzten Vorrundenspiel gegen die Slowakei (heute, 15 Uhr, live auf Premiere) für die Zwischenrunde.

Es war keine schöne Partie am Mittwoch, und Oliver Jonas war auch nicht ihr Hauptdarsteller. Trotzdem freute sich der deutsche Torhüter nach der Schlusssirene am auffälligsten, riss die Arme in die Höhe und strahlte. Der Keeper von den Eisbären Berlin feierte bei seinem erstem WM-Einsatz einen Sieg. „Klar war ich vorher nervös“, sagte Jonas, „schließlich war das kein normales Spiel“. Ganz so dramatisch wie es der aufgeregte Debütant sah, war das gegen die biederen Ukrainer dann doch nicht. Verteidiger Jan Benda sagte etwas unaufgeregter: „Wir haben einen Fehler gemacht und der führte zum 0:1, ansonsten war das Spiel fest in unserer Hand. Trotzdem können und werden wir uns im Turnierverlauf noch steigern.“

Tatsächlich spielte die deutsche Mannschaft nach dem holprigen Auftakt gegen die drittklassigen Japaner gestern konzentrierter, ließ sich auch durch das Gegentor von Schyrajew nicht irritieren. Spätestens im zweiten Drittel herrschten klare Verhältnisse. Der Kölner Andreas Morczinietz erzielte den überfälligen Ausgleichstreffer, der Nürnberger Martin Reichel traf zum 2:1. Kurz vor Ende des Mittelabschnitts vergab Klaus Kathan sogar noch einen Penalty. Und als es für die Deutschen noch einmal eng zu werden schien, sorgte Marcel Goc mit einem Unterzahl-Tor für die Entscheidung. Und dafür, dass die Deutschen nun eine gute Chance haben, wie in den Vorjahren das Viertelfinale bei der WM zu erreichen.

Davon möchte der Bundestrainer noch nichts hören. „Jetzt spielen wir am Mittwoch erst einmal gegen die Slowakei“, sagte Zach, „da müssen wir unser ganzes Können abrufen, sonst haben die ihren Spaß mit uns.“ Den hatte der Weltmeister im vergangenen Jahr nicht. Nach einem 0:3 gegen Deutschland waren für die Slowaken die Olympischen Winterspiele beendet. „Genau das ist ja das Problem“, findet Zach. Es wird sich zeigen, wie groß die Revanchegelüste sind.

Jochen Molling und Boris Blank werden das Spiel als Zuschauer verfolgen. Molling musste wegen eines Innenbandrisses heimreisen, Blank wird wegen Schulterproblemen zumindest gegen die Slowaken pausieren. In der Zwischenrunde werden nun Verteidiger Lasse Kopitz und Stürmer Christian Hommel das Team verstärken. Und die beiden können von Glück sagen, dass sie sich dereinst für eine Karriere als Hallensportler entschieden haben. Denn Helsinkis Frühling verspricht keine Besserung – wenn man einem der Ordner in der Hartwall-Arena glauben darf. „Wir haben hier im Jahr zwei warme Tage“, meinte der freundliche Herr. „Leider ist einer dieses Jahr schon gewesen.“

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