Sport : Warten auf den Marathon

Benedikt Voigt

Das Internationale Olympische Komitee hat in Athen einen Fehler begangen. Das musste jedem Olympiatouristen auffallen, der am Montagmorgen im Zentrum der Stadt die Straßen betrat. Ein unglaublicher Lärm schwappte dem Fußgänger entgegen: Taxis hupten, Reifen quietschten, Polizisten pfiffen. Darunter brummten die Motoren unzähliger Autos eine unaufhörliche Basslinie. Wie friedlich hatte das Stadtzentrum noch am Wochenende geruht.

Das Internationale Olympische Komitee hätte einfach mehr Radrennen in Athen durchführen müssen. Vielleicht würden die Athener dann sogar ein neues Verkehrsmittel entdecken. Bislang sollte man in dieser Autostadt nur auf ein Fahrrad steigen, wenn der Nachlass geregelt ist und das Leben keinen Wert mehr hat. Am Wochenende aber wäre das Fahrradfahren gut möglich gewesen. Die Autos hatten keine Chance, weil sich die Radstrecke der Frauen und Männer fast durch die gesamte Innenstadt schlängelte. Gitter versperrten einige wichtige Hauptstraßen, die Streckenführung der Umleitungen blieb unverständlich. Viele Athener ließen ihr Auto stehen, sie hatten schon beim Testrennen am Donnerstag eingesehen, dass es an diesen Tagen kein Durchkommen gibt. Seit Montagmorgen aber gehört die Stadt wieder den 2,5 Millionen Autos und Motorrädern. Den Olympiatouristen bleibt nichts anderes übrig, als sich damit abzufinden. Oder zu Hause zu bleiben. Erst an den kommenden Sonntagen können sie wieder ein wenig Hoffnung schöpfen. Dann kommt der Marathon in die Stadt.

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