Sport : Was bei Hertha nicht geht - Yildiray Bastürk will in die Champions League

Mathias Klappenbach

Berlin - Vielleicht ist Yildiray Bastürk einfach zu gut. Der Mittelfeldspieler von Hertha BSC zeigt seit vielen Wochen so überragende Leistungen, dass offensichtlich mehrere Vereine an einer Verpflichtung des Türken interessiert sind. Bastürk selbst sagte dem „Kicker“, dass es Interessenten gebe, und „ausschließen kann ich nichts“. Sein Vertrag in Berlin läuft noch bis 2007. Zusammensetzen mit den Verantwortlichen bei Hertha will sich Bastürk im Sommer. Um zu erfahren, was Hertha für die Zukunft plant. Bastürk will mehr, als in der Bundesliga um einen Uefa-Cup-Platz zu kämpfen. „Ich kann verstehen, dass er in der Champions League spielen will“, sagt Herthas Manager Dieter Hoeneß. „Das versuchen wir auch zu erreichen.“

Derzeit ist der Manager mit den Planungen für die kommende Saison und den Verhandlungen mit Spielern beschäftigt, deren Verträge auslaufen. „Wir haben schon vor der Winterpause Kontakt mit Bastürks Berater aufgenommen und unser Interesse an einer Vertragsverlängerung signalisiert. Aber jetzt stellt sich das Thema gar nicht, es besteht überhaupt kein Zeitdruck“, sagt Hoeneß. „Andere Vereine dürfen in diesem Jahr noch gar nicht mit Bastürk verhandeln. Und im Sommer weiß er, in was für einem Gefüge er stehen wird.“

Der Klub wird sich in der nächsten Zeit wegen der angespannten Finanzlage nicht mit teuren Spielern verstärken können. Das aktuelle Ziel besteht darin, die Leistungsträger zu halten, um die herum mit eigenen Nachwuchskräften ein neues Team aufgebaut werden soll. So verhandelt Hoeneß derzeit auch mit den Abwehrspielern Dick van Burik und vor allem Josip Simunic über eine Vertragsverlängerung. „Sie haben Angebote vorliegen, bei Simunic sollte es in den nächsten zehn Tagen eine Entscheidung geben“, sagt Hoeneß. Hertha muss sicher an die finanzielle Schmerzgrenze gehen, um Simunic zu halten. „Wir brauchen auch erfahrene Spieler wie Simunic und van Burik“, sagt Sofian Chahed. Der 23-Jährige gehört zur Abteilung Zukunft, er ist sich mit dem Verein über die Verlängerung seines eigenen Vertrages bis 2009 vor kurzem einig geworden. „Es wäre ein sehr harter Verlust, wenn Yildiray ginge“, sagt Chahed. „Aber dann müssten wir halt ohne ihn klarkommen. Ich hoffe, dass er bleibt.“ Bastürk sei enorm wichtig für die Mannschaft, „auch kämpferisch, das hat man in unserer Krise gesehen. Er hat sich in der Mannschaft großen Respekt erspielt.“

Bastürk hat Marcelinho als wichtigsten Spieler bei Hertha abgelöst. Dadurch ist der 27-Jährige auch für andere Vereine interessant geworden. Der angeblich interessierte VfB Stuttgart wäre aber zum Beispiel kein Klub für Bastürk, wenn er wie in seiner Zeit bei Bayer Leverkusen wieder in der Champions League spielen will. Hertha aber auch nicht unbedingt.

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