Sport : Was den Eisbären noch fehlte

Drake Berehowsky verstärkt die Defensive – schon heute gegen Hamburg

Mathias Klappenbach

Berlin - Die neue Mannschaft gefällt ihm. „Es sieht so aus, als ob die Spieler gute Fähigkeiten und großes Talent haben“, sagte Drake Berehowsky nach seiner zweiten Trainingseinheit mit dem EHC Eisbären. Der 33 Jahre alte Verteidiger hat gute Vergleichsmöglichkeiten: Er hat 571 Spiele in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL gemacht. Da er dort in dieser Saison aber keinen Job mehr bekommen hat, spielt er nun in Berlin. „Ich kannte die deutsche Liga nicht. Aber es wird sicher spannend, in Europa mal eine andere Kultur kennen zu lernen“, sagt der smarte Kanadier und zeigt eine große Schneidezahnlücke. „Bisher bin ich aber nur einmal um den Block des Hotels gegangen.“

Auf dem Eis soll Berehowsky die letzte Lücke füllen, welche die Verantwortlichen im Team des Deutschen Meisters ausgemacht haben. Im jungen Team fehlt ein erfahrener Verteidiger, der bei eigenen Angriffen nach hinten absichert und mit seiner Physis viele Zweikämpfe gewinnt. „Er spielt sehr körperbetont. Deshalb ist es auch wichtig, dass er fit ist“, sagt Trainer Pierre Pagé nach den ersten Eindrücken über seinen neuen Spieler.

Da Berehowsky aber zehn Tage lang nicht trainiert hat, wird er heute im letzten Spiel der Eisbären in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) in diesem Jahr gegen die Hamburg Freezers (19.30 Uhr, Sportforum) wohl nur kurz auf dem Eis stehen. Beim Spengler-Cup in Davos zwischen Weihnachten und Silvester hat er Zeit, sich mit seinen neuen Teamkollegen einzuspielen. Berehowsky wurde geholt, um die Abwehr in der zweiten Saisonhälfte zu stabilisieren. Keine Mannschaft, die auf einem der acht Play-off- Plätze in der DEL liegt, hat mehr Tore kassiert als der Tabellenzweite Eisbären.

Mit dem während der Saison verpflichteten Torhüter Tomas Pöpperle und dem ebenfalls NHL-erfahrenen Verteidiger Deron Quint ist die Defensive der Eisbären stabiler geworden. Gegen Hamburg ist auch Frank Hördler spielberechtigt. Nach seiner Spieldauerdisziplinarstrafe zuletzt in Nürnberg war er gesperrt, die Eisbären hatten dagegen Protest eingelegt, ein Video bewies Hördlers Unschuld. Der DEL-Disziplinarausschuss reagierte: Statt Hördler wurde nun der eigentliche Übeltäter der Eisbären, Andre Rankel, gesperrt.

Neuzugang Berehowsky kam übrigens auch deshalb nach Berlin, weil ihm bei den San Antonio Rampage, seinem letzten Klub in der zweitklassigen American Hockey League (AHL), seine Rolle nicht so richtig gefiel. „Da sollte ich vor allem den jungen Spielern etwas beibringen.“ Das wird aber auch bei den Eisbären seine Aufgabe sein.

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