Sport : Was nicht zu leugnen ist

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Frank Bachner sagt, warum die Zahl der Dopinggeständisse von Radprofis steigt

Das französische RadsportProfiteam Cofidis will also den Verkauf des „L’Équipe“-Magazins verbieten lassen. Weil ja das Dossier eines Richters, in dem Cofidis-Ärzte als Teil des teaminternen Dopingsystems verdächtigt werden und aus dem „L’Équipe“ zitiert, nur eine Auflistung übler Lügen sei. Die Wahrheit hat Cofidis dankenswerterweise kürzlich verbreitet: Doping sei im Team „nur individuell“ passiert. Cofidis-Profi Gaumont hatte zuvor Epo-Konsum gestanden. Was er und sein Teamkollege Vasseur sonst noch konsumiert hatten, wiesen Experten nach: Testosterone, Kokain, Wachstumshormone. Die Cofidis-Empörung darf man getrost als Ritual abhaken. Zugegeben wird genau so viel, wie nicht mehr zu leugnen ist.

Aber immerhin werden Fahrer und Betreuer jetzt erheblich stärker als früher juristisch in die Enge getrieben. Gaumont und Vasseur waren schließlich von der französischen Polizei kurzerhand festgenommen worden, als der Dopingverdacht stark genug war. Zuvor waren schon zwei Cofidis-Betreuer als mutmaßliche Doping-Dealer in Untersuchungshaft gelandet. Die französische Politik verschärft den Druck. Sportminister Lamour fordert den Olympia-Ausschluss aller Fahrer, gegen die in der Cofidis-Affäre ermittelt wird. Das ist natürlich auch populistisch, weil für solche Sanktionen die Rechtsgrundlage fehlt. Andererseits bekämpft derzeit neben Italien kein anderes Land Dopingmissbrauch so konsequent wie Frankreich. Das Dopingproblem wird dadurch nicht gelöst – aber die Zahl der Geständnisse steigt stetig. Das ist doch schon mal was.

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