Wasserball : Spandau mit erstem Finalsieg

Nach zwei Niederlagen zum Auftakt der Best-of-Five-Serie um die deutsche Wasserballmeisterschaft meldet sich Rekordchampion Spandau 04 mit einem 10:7-Heimsieg gegen den ASC Duisburg zurück.

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Die Situation war genauso ernst wie ungewöhnlich für die Wasserballer von Spandau 04. Der deutsche Rekordmeister sah sich vor dem dritten Meisterschaftsendspiel am Sonntag in der Schöneberger Schwimmhalle gegen den ASC Duisburg mit einem 0:2-Rückstand konfrontiert. Eine weitere Niederlage binnen einer Woche gegen die Westdeutschen – zuvor hat es eine im Pokalfinale und zwei im Finale gegeben –, hätte Duisburg die erste Meisterschaft seit 1968 und Spandau das erst zweite titellose Jahr seit 1979 beschert. Das letzte hatte es 1993 gegeben.

Dazu kam es an diesem Sonntag noch nicht, weil die Berliner im Gegensatz zum saft- und kraftlosen 7:11 tags zuvor im zweiten Finalspiel der Best-of-Five-Serie alles was sie hatten, in die Waagschale warfen. Vor allem Herz. Das ergab keineswegs perfekten Wasserball, aber es öffnete das Türchen zum Erfolg gegen die mit breiter Brust angetretenen Duisburger. Deren selbstbewusste Einstellung zahlte sich zunächst aus, nach zwei Minuten führten sie mit 2:0. Doch schon damit fing wohl ihr Problem an, auf das Spandaus Präsident Hagen Stamm schon nach der deprimierenden Niederlage am Samstag hingewiesen hatte. „Wenn die jetzt anfangen nachzudenken, dann haben wir noch eine Chance. Dann können wir unser auf seltsame Weise verlustig gegangenes Selbstvertrauen zurückgewinnen“, hatte er gesagt.

Und so kam es dann auch. Die Spandauer hatten diesmal eine ganz andere Körpersprache. Der frühe Rückstand wurde wettgemacht, die Führung erkämpft, zwei Tore Vorsprung herausgespielt. Und als Duisburg knapp drei Minuten vor Schluss auf 7:8 verkürzte, hatten die Wasserfreunde sofort eine Antwort parat. Ein Doppelschlag von Maurice Jüngling und Marko Stamm machte alles klar – und dieser 10:7-Sieg im dritten Spiel kann noch enorme Bedeutung in der Serie bekommen.

Auch wenn das – wie Spandaus Manager Peter Röhle feststellte –, „nur ein ganz kleiner Schritt war“. Nur der erste Matchball ist abgewehrt, Duisburg hat am kommenden Mittwoch (19.30 Uhr) im eigenen Becken noch einen, um Meister zu werden. 1:2 steht es jetzt in der Serie, drei Erfolge sind das Muss. Die Wasserfreunde müssen nun erst einmal zum 2:2 ausgleichen, dann würde am 1. Juni wieder in Berlin das entscheidende fünfte Spiel folgen.

Andras Gyöngyösi, der das Team in der kommenden Saison als neuer Trainer übernehmen wird, erlebte die beiden Wochenend-Partien in Schöneberg als Zuschauer mit. Und er wirkte am Sonntag schon weit entspannter als tags zuvor. Da hatte er wohl manchmal gedacht, um Gotteswillen, was habe ich mir da bloß eingehandelt? Am Sonntag stellte er fest: „Das war heute eine andere Mannschaft, die kann kämpfen. Daraus kann man was machen.“ Freilich: Einmal ist keinmal. Am Mittwoch geht’s weiter.

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