Sport : Wasserfreunde verlieren zweites Finale

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Berlin - Schlüsselspiele von der Brisanz des zweiten Matches der Best-of-Five-Finalserie um die Deutsche Meisterschaft hatte Spandau 04 in den vergangenen 30 Jahren nicht allzu viele. Zwei Spiele in Folge verloren die Wasserfreunde zuletzt gegen den Dauerrivalen ASC Duisburg. Die erste Niederlage bedeutete den Verlust des Pokaltitels, die zweite nur drei Tage danach den 0:1-Rückstand in den Endspiel-Play-offs. Ein dritte Niederlage konnte sich der 32-malige nationale Champion seit 1979 am Samstagnachmittag in Schöneberg kaum leisten, wollte er nicht in der Meisterschaft vom Favoriten zum Außenseiter werden. Doch das Spiel stand für die Berliner unter schlechten Vorzeichen: Stammtorwart Alexander Tchigir konnte wegen Fiebers nicht ins Wasser, für ihn übernahm der 26-jährige Tim Höhne die Aufgabe. Und er füllte sie im Rahmen seiner Möglichkeiten gut aus. Was aber die verdiente 7:11(1:2, 0:4, 2:3, 4:2)-Niederlage der Gastgeber nicht verhindern konnte.

Ohne Druck, ohne Konzept, ohne Ideen, ohne erkennbare Leidenschaft – die 300 Zuschauer, unter ihnen Sportsenator Frank Henkel und der aus Ungarn angereiste 04-Trainer der nächsten Saison Andras Gyöngyösi, mussten ertragen, wie sich der Serienmeister in sein Schicksal ergab. Das 1:2 im Startviertel sah die Teams noch in etwa auf Augenhöhe, der zweite Spielabschnitt war schon eine Demontage der Wasserfreunde. Kein Berliner Spieler stemmte sich im Becken gegen den Untergang, keiner hatte Normalform, keiner übernahm die Rolle des Anführers – auch der 35 Jahre alte Kapitän Marc Politze war dazu nicht in der Lage.

Die Ergebniskorrekturen in der zweiten Halbzeit waren nur noch marginal, Duisburg kann nun am Sonntag (18 Uhr) in der Schöneberger Schwimmhalle zum ersten Mal seit 1968 wieder Deutscher Meister werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies passiert, ist nach den Eindrücken des Samstags groß. So sieht es selbst Peter Röhle. „Dieser Auftritt war einfach nur schlecht“, sagte Spandaus Manager. „Armselig, wenn man so sagen darf. Jetzt hat Duisburg alle Trümpfe in der Hand.“ Klaus Weise

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