Wechselgerüchte : Mainz will um Zidan kämpfen

Trotz des Abstiegs will Mainz den umworbenen Torjäger Mohamed Zidan halten. Gespräche mit dem Spieler seien sehr gut verlaufen. Trainer Klopp und Manager Heidel geben sich optimistisch.

Mainz - Die Tränen des Abstiegs sind noch nicht ganz getrocknet, da zeichnet sich im Fall Mohamed Zidan bereits eine überraschende Entscheidung ab. Trotz zahlreicher Anfragen aus aller Welt scheint der ägyptische Angreifer, der in der Rückrunde der Fußball-Bundesliga 13 Treffer für den FSV Mainz erzielt hat, auch in der 2. Bundesliga für die Rheinhessen auf Torejagd gehen zu wollen. "Ich habe sehr gute Gespräche mit ihm geführt. Ich glaube, dass er bleibt", sagte FSV-Trainer Jürgen Klopp. Auch Christian Heidel ist zuversichtlich, den Publikumsliebling halten zu können: "Wir kämpfen um ihn und nicht um eine hohe Ablösesumme. Wir wollen ihn behalten", sagte der Mainzer Manager.

Noch am vergangenen Samstag nach dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach (3:0) hatte vieles auf einen Abschied des 25-Jährigen hingedeutet. Doch ein paar Tage und unzählige Gespräche mit seinem großen Förderer Klopp später scheint Zidan weiter Lust am Fußball in Mainz zu verspüren. Zwar wollte sich der Angreifer vor dem letzten Saisonspiel bei Bayern München, für das er wegen Problemen an der im November 2006 operierten Leiste auszufallen droht, zu seiner Zukunft nicht äußern. Die Zeichen stehen aber auf Verbleib in Mainz.

Zahlreiche Angebote

Sorgen um seine Zukunft brauchte sich der Ägypter trotz des Abstiegs ohnehin keine zu machen. Schließlich ist die halbe Bundesliga hinter dem nur 1,73 Meter großen Stürmer her. Unter anderem sollen der HSV, Hannover, Stuttgart und Hertha BSC an Zidan interessiert sein. Zudem haben zahlreiche Vereine aus dem Ausland ihre Fühler nach dem Angreifer ausgestreckt.

"Es gibt Anfragen aus der ganzen Welt", bestätigte Heidel, der dem Stürmer zunächst einmal ein wenig Zeit gewährte. "Er soll jetzt erst einmal alle Emotionen in Ruhe sacken lassen und dann sehen wir weiter. Fakt ist, dass Mohamed bei uns einen gültigen Vertrag bis 2010 hat", erklärte der FSV-Manager zu Beginn der Woche. Sportlich würde es nach seiner Ansicht der Karriere Zidans nicht schaden, würde er in Mainz bleiben. "Weder seine sportliche Entwicklung noch sein Wert werden blockiert", sagte Heidel.

Besonderes Verhältnis zu Klopp

Dass der designierte Bundesligaabsteiger überhaupt eine Chance auf die Weiterbeschäftigung seines gefährlichsten Angreifers hat, liegt vor allem am besonderen Verhältnis Zidans zu Klopp. Zwischen beiden hat sich nicht erst seit der Rückkehr des Ägypters nach Mainz eine Art Vater-Sohn-Beziehung entwickelt. Bestes Bespiel für das außergewöhnliche Verhältnis zwischen beiden war der Mainzer 4:1-Sieg gegen Energie Cottbus Anfang Februar. Nachdem der 25-Jährige zunächst mit einem Fehlpass den Ausgleich der Gäste eingeleitet hatte, rief Klopp ihn an die Seitenlinie und sprach ihm Mut zu. Zidan dankte es mit drei Treffern.

Bei Werder Bremen kam der Ägypter dagegen überhaupt nicht zurecht. "Mit Mohamed und uns, das hat einfach nicht gepasst", erklärte Werder-Manager Klaus Allofs, der einem Verkauf Zidans nach Mainz in der Winterpause daher zustimmte. Zumal die Mainzer für die Rückkehr des Publikumslieblings tief in die Tasche griffen.

Ablöse hätte sich fast bezahlt gemacht

Rund 2,8 Millionen überwies der FSV für Zidan an die Weser. Geld, das sich fast mit dem Klassenverbleib ausgezahlt hätte. "Für keinen anderen hätten wir so tief in die Tasche gegriffen", sagte Heidel. "Dass ein Spieler bei einem Absteiger 13 Tore schießt, sagt alles über seine Qualität aus". Das Geheimnis für Zidans Leistungsexplosion in Mainz sieht der FSV-Manager im Mainzer Umfeld: "Es hat sich gezeigt, das Mohamed ein familiäres Umfeld und das volle Vertrauen braucht. Beides hat er hier in Mainz", erklärte Heidel.

Auch der Ägypter weiß, was er an Mainz hat. "Ich liebe den Verein und bin stolz, in Mainz zu sein", sagte Zidan nach dem praktisch besiegelten Abstieg. Auf seine beiden Unterarme hat er sich den Schriftzug Mainz tätowieren lassen, um seine Verbundenheit mit dem FSV zu zeigen. Wie es scheint, nicht nur ein Lippenbekenntnis. (Von Lars Reinefeld, dpa)

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