Wechselgerüchte : Schuster will angeblich Gomez zu Real holen

Nach seinem Galaauftritt beim Testspiel der Nationalmannschaft gegen die Schweiz ist Mario Gomez auf den Wunschlisten der europäischen Topclubs offenbar einige Plätze nach oben gewandert. Jetzt soll sich auch Real Madrid für den Stuttgarter Stürmer interessieren.

Mario Gomez
Wechselt er schon im Sommer? Mario Gomez. -Foto: AFP

Stuttgart/MadridDie Wechsel-Gerüchte um Torjäger Mario Gomez lassen den deutschen Meister VfB Stuttgart nicht zur Ruhe kommen. Während Real Madrid laut dem spanischen Sportblatt "Marca" mit einer Verpflichtung des 22-Jährigen liebäugelt, hat sich der Fußball-Nationalspieler gegenüber dem TV-Sender "Premiere“ erneut positiv zu einem Wechsel ins Ausland geäußert. "Ich kann mir das sehr gut vorstellen und habe das auch vor. Für mich ist im Moment aber nur die Liga interessant und dann im Sommer die EM", sagte er. "Was danach kommt - das weiß keiner! Ich bin ein Typ, der Herausforderungen sucht."

Auf Christiano Ronaldos Spuren

In Deutschland heiße zwar immer, man könne mit 28, 29 Jahren ins Ausland gehen. "Wieso? Fabregas ist mit 16 nicht wegen des Geldes nach Arsenal gegangen, oder Cristiano Ronaldo damals zu ManU. Man kann auch schon mit 24 ins Ausland", sagte Gomez und deutete an, dass er schon in ein, zwei Jahren den VfB trotz eines bis 2012 gültigen Vertrags verlassen könnte. "Irgendwann werdet ihr mich sicher in Spanien oder in einem anderen Land sehen!"

Laut "Marca" steht Gomez mit fünf weiteren Profis auf der Wunschliste von Trainer Bernd Schuster für die kommende Saison. Gomez, der am Freitag auf der Titelseite von Spaniens meistverkaufter Zeitung erschien, sei ein "Crack“, ein "junger und bezahlbarer
Spieler mit Zukunft".

Die VfB-Verantwortlichen reagierten verärgert auf diese neuerlichen Gerüchte. Schon seit Wochen zirkulieren Spekulationen über einen Wechsel des von vielen internationalen Spitzen-Clubs beobachteten Gomez ins Ausland. "Es fängt an zu nerven, nach jedem Spiel danach gefragt zu werden", sagte Sportdirektor Horst Heldt. Meldungen ausländischer Zeitungen, nach denen der Umworbene bei diesem oder jenem Top-Verein auf der Wunschliste stehe, interessierten ihn nicht. "Wir haben auch eine Wunschliste. Aber manchmal muss man dann was streichen", meinte der Manager.

Nächste Saison in Stuttgart

Armin Veh zeigte einerseits Verständnis für "den Rummel“, wies aber auch darauf hin, dass die Positionen eigentlich klar seien. Der Trainer erklärte erneut, dass er nicht glaube, dass Gomez bis 2012 beim deutschen Meister bleibe. "Ob er aber 2009, 2010 oder 2011 geht, weiß ich nicht“, sagte Veh: "Aber jetzt ist er hier.“ Beide Seiten haben sich angeblich darauf geeinigt, dass der Schwabe mit spanischen Wurzeln auf jeden Fall die nächste Saison in Stuttgart spielen wird. Gomez hatte in der Vergangenheit mehrfach versichert, er denke derzeit nicht an einen Weggang.

"Marca" wies darauf hin, dass die Verletzung des niederländischen Stürmerstars Ruud van Nistelrooy gezeigt habe, dass der spanische Rekordmeister auf dieser Position tätig werden müsse. Schusters Favorit sei Karim Benzema von Olympique Lyon. Doch eine Verpflichtung des französischen Nationalspielers scheine unmöglich. Schuster habe Real-Präsident Ramón Calderón über seine Pläne informiert und sei zuversichtlich, dass er diesen zustimme.

"Wichtige Rolle" bei der EM

Unabhängig vom neuen Wechsel-Hick-Hack traut Veh seinem Schützling zu, bei der Europameisterschaft im Juni eine der Schlüsselfiguren in der deutschen Nationalmannschaft zu werden. "Ich bin überzeugt, dass er eine ganz wichtige Rolle bei der EM spielen wird", sagte er. "Mario ist momentan der beste Stürmer in Deutschland.“ Gomez hatte zum 4:0-Sieg gegen die Schweiz am Mittwochabend in Basel zwei Tore beigesteuert und die Vorlage zu Miroslav Kloses 1:0 gegeben. Vor dem Sonntags-Spiel bei Hannover 96 steht der Stuttgarter mit 15 Toren in der Bundesliga an zweiter Stelle hinter Bayern-Star Luca Toni (16). In der Nationalmannschaft brachte er es in neun Einsätzen auf sechs Treffer. Veh wies darauf hin, dass der 22 Jahre alte Stürmer in den zurückliegenden Wochen kaum trainieren konnte: "Deshalb sind seine Leistungen in der zweiten Halbzeit gegen Rostock und jetzt gegen die Schweiz umso höher zu bewerten." (mfa/dpa)

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