Sport : Weiter wechselhaft

Werder Bremen spielt mit einem schwachen Torsten Frings 1:1 in Hannover

Frank Hellmann[Hannover]

Seit geraumer Zeit müssen die Schiedsrichter sich beim Anpfiff von Bundesliga-Spielen mit Bremer Beteiligung immer ein bisschen gedulden. Seit die Werder-Saison so wechselhaft verläuft, bilden die Grün-Weißen kurz vor dem Anstoß noch einen Kreis, um den gemeinschaftlichen Erfolg zu beschwören. Geholfen hat es gestern Nachmittag bei Hannover 96 nur bedingt: Das Spiel endete schließlich leistungsgerecht 1:1 (1:1). Vizemeister Werder tritt nach einer abermals durchwachsenen Darbietung weiter auf der Stelle und bleibt nach einem Viertel dieser Saison in der unteren Tabellenhälfte.

Die Bremer, ohne den gesperrten Per Mertesacker, ohne die allesamt am Oberschenkelmuskel maladen Tim Wiese, Diego und Claudio Pizarro, fanden nur schwer in diese Partie. Bereits nach neun Minuten führten die Niedersachsen mit 1:0, nachdem der Ex-Bremer Christian Schulz nach Eckball von Szabolcs Huszti recht unbedrängt das 1:0 köpfte. Werders Ersatztorwart Christian Vander war daran schuldlos. Auf der Gegenseite verhinderte der zuletzt gescholtene Vertreter von Robert Enke, Florian Fromlowitz, mit einer Klasseparade gegen Naldo den Ausgleich.

Doch von den Gästen war wie in der Champions League bei Panathinaikos Athen insgesamt wenig Erbauliches zu sehen. Bezeichnend: Torsten Frings, Hauptperson der turbulenten Debatten um die deutsche Nationalmannschaft, wandelte schon nach 23 Minuten am Rande eines Platzverweises. Referee Thorsten Kinhöfer ermahnte zu diesem Zeitpunkt den bereits verwarnten 31-Jährigen eindringlich, der zwar einige fabelhafte Pässe produzierte, sich indes auch in dieser Partie nicht in der Form präsentierte, die seinen markigen Worten eine nachhaltige Berechtigung verleihen würde.

Frings ist ein bisschen Sinnbild der Bremer Malaise: Derzeit fehlt es seiner Mannschaft an Klasse (Sebastian Boenisch), Konstanz (Mesut Özil), an Dynamik (Clemens Fritz) oder Durchsetzungsvermögen (Aaron Hunt). Immerhin ist die individuelle Qualität stets groß genug, um ein Tor zu erzielen. So auch diesmal: Jurica Vranjes legte gekonnt vor, Hugo Almeida, schon am Mittwoch erfolgreich, schlenzte die Kugel nach 41 Minuten kaltschnäuzig in die lange Ecke.

Bei den Gastgebern hatte Dieter Hecking viel riskiert: Der 96-Trainer hatte den aufmüpfigen Torjäger Mike Hanke ebenso wie den enttäuschenden Neuzugang Jan Schlaudraff auf die Bank strafversetzt, dafür versuchte sich der Finne Mikael Forssell allein in vorderster Front. Schlaudraff kam zur zweiten Hälfte und traf sogleich nach einem Freistoß von Sergio Pinto per Abstauber ins Tor – allerdings aus Abseitsposition. Die weiteren Aufreger in der ausverkauften Arena: Özil hob nach einer knappen Stunde freistehend den Ball in den Arm von Fromlowitz, dessen Gegenüber Vander klärte im Herauslaufen gegen Pinto, dann drosch wieder Özil den Ball nur ans Außennetz. Und schließlich war es Rosenberg, der die beste Chance des Spiels verschluderte: Fromlowitz rettete gegen den Schweden allerdings auch bravourös mit dem Fuß. Der 22-Jährige war der wahre Gewinner einer in der zweiten Halbzeit unterhaltsameren Begegnung, die keinen Sieger verdient hatte.

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