Sport : Weltcup in Sigulda: Im Einkaufswagen über die Rodelbahn

Die deutschen Rodler haben sich von dem Italiener Armin Zöggeler einen perfekten Start in die neue Saison vermasseln lassen. Nach zwei Doppelsiegen bei Damen und Doppelsitzern verwies der Titelverteidiger beim Weltcup in Sigulda (Lettland) den nach dem ersten Durchgang führenden Karsten Albert aus Oberhof um 86 Tausendstelsekunden auf Rang zwei. Weltmeister Jens Müller (Oberhof) und der dreimalige Olympiasieger Georg Hackl (Berchtesgaden) mussten sich mit den enttäuschenden Rängen fünf und zehn begnügen.

"Das Ergebnis geht in Ordnung. Im zweiten Lauf hatte ich vom Start weg Probleme, weil ich nicht richtig in der Wanne zum Liegen kam", sagte Albert. Der 32 Jahre alte WM-Vierte verpasste mit der siebtbesten Zeit im zweiten Versuch den ersten Weltcup-Erfolg seiner Laufbahn. Auch Müller haderte: "Mein Schlitten ließ sich steuern wie ein alter Einkaufswagen aus dem Supermarkt."

Trotz neuer Materialbestimmungen, die zu heftiger Kritik im davon betroffenen deutschen Lager geführt hatte, bot sich am Sonnabend das gewohnte Bild. Silke Kraushaar (Oberhof) und Sylke Otto (Oberwiesenthal) sowie die Doppelsitzer Steffen Skel/Steffen Wöller (Winterberg) und Sebastian Schmidt/Andre Forker (Altenberg) sorgten für Doppelsiege der Mannschaft des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD).

Olympiasiegerin Kraushaar, die sich erst im letzten Moment für die Weltcup-Mannschaft qualifiziert hatte, lag nach zwei Läufen mit der Endzeit von 1:26,341 Minuten knappe zwei Zehntelsekunden vor Weltmeisterin Otto, die im zweiten Durchgang mit Bahnrekord (42,979 Sekunden) noch drei Plätze nach vorn fuhr. Für Kraushaar war es der elfte Weltcup-Triumph ihrer Karriere. Die deutschen Damen sind damit im Weltcup seit drei Jahren unbesiegt.

In Sigulda kam die Österreicherin Angelika Neuner als Dritte den deutschen Kufenflitzerinnen am nächsten, lag aber bei Temperaturen um ein Grad und weichem Eis deutlich hinter Kraushaar.

Im Doppelsitzer-Wettbewerb der Herren lagen Skel/Wöller nach zwei Läufen mit der Endzeit von 1:26,279 Minuten knapp vor dem Altenberger Überraschungsteam Schmidt/Forker (1:26,445 Minuten. "Das ist der größte Erfolg unserer Karriere. Es ist kaum zu fassen, wir waren doch bloß Reservisten", sagte Schmidt verblüfft. Das Oberhofer Doppel Andre Florschütz/Torsten Wustlich musste kurzfristig wegen einer Knieverletzung von Florschütz verzichten.

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