Sport : Weltmeister im Stadionbau

Robert Ide

erklärt, warum sich neue Spielstätten in Deutschland nicht rechnen Wenn die Fußball-WM 2006 abgepfiffen wird, hat Deutschland die zwölf modernsten Arenen der Welt. Doch mit Gewinn betreiben lassen sie sich nur schwer – erst recht, wenn die örtlichen Fußballklubs in der Zweiten Liga kicken, wie bald in Köln und wohl auch in Frankfurt und München. Oder gar in Liga vier, wie in Leipzig. Schon jetzt kursiert in der Baubranche der Witz, dass es gar nicht genug Kirchentage gibt, um all die teuren Ränge immer wieder zu füllen.

Die Spielstätten für das Spektakel in zwei Jahren sind auf öffentliche Hilfe angewiesen. Der Bund trägt die Hauptkosten in Berlin und Leipzig, anderswo zahlen die Kommunen oder sichern Risiken mit Bürgschaften ab. Selbst in München, wo zwei Bundesligaklubs das WM-Stadion bauen, kommt der Steuerzahler für die Infrastruktur auf. Im Gegenzug verdienen die Städte 2006 mit: bei Ticketverkauf, Werbung und an den Besuchern. Doch nun wird alles teurer, weil die Arenen noch moderner und sicherer werden sollen. Mancher Kommunalpolitiker kommt da in Erklärungsnot. Und schimpft auf den Fußball-Weltverband Fifa, der sich das alles ausgedacht hat.

Die Proteste kommen allerdings zu spät. Deutschland wird Weltmeister im Stadionbau, und darüber können sich die Fans freuen. Doch das Nachspiel bezahlen wir alle. Nicht an der Stadionkasse, sondern mit der Steuer.

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