Sport : Wenig Fußball, aber immerhin ein Punkt

Werders Trainer Thomas Schaaf krempelt sein Team um und stoppt beim 1:1 in Gladbach den Absturz.

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Langes Bein muss auch mal sein. Mönchengladbachs Patrick Hermann (links) im Duell mit Bremens Kevin De Bruyne. Foto: dpa
Langes Bein muss auch mal sein. Mönchengladbachs Patrick Hermann (links) im Duell mit Bremens Kevin De Bruyne. Foto: dpaFoto: dpa

Mönchengladbach - Die Winterjacke über den Arm gelegt, die Miene zwischen verzweifelt und ratlos, kam Lucien Favre daher marschiert. Gladbachs Trainer machte sich nach dem 1:1 gegen Bremen auf den Weg in die Kabine, den Kommentar zur letzten Aktion des Spiels lieferte der 55-jährige Schweizer vorher aber noch ab. Mit seinem „Meine Gotte!“ gab Favre dem Frust eine dezente französische Note – wegen jener Szene in der Nachspielzeit, als Peniel Mlapa Werders Keeper Sebastian Mielitz bereits umkurvt hatte, Innenverteidiger Mateo Pavlovic aber noch ein Bein vor die nächste Niederlage der Hanseaten brachte.

Mit dem Remis stoppte das Team von Thomas Schaaf zunächst seinen freien Fall Richtung Abstiegsränge, mit nun acht Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz. Nach drei Niederlagen hatte Schaaf sein Team umgestellt und eine Doppel-Sechs vor der Abwehr installiert. Die Kreativen wie Aaron Hunt, Mehmet Ekici und Marko Arnautovic blieben draußen, Tom Trybull feierte dafür sein Saisondebüt und stand wie auch Winter-Neuzugang Mateo Pavlovic erstmals in der Startelf. „Das hat uns gut getan, so können wir weiter agieren“, sagte Torhüter Sebastian Mielitz. „Wir mussten ja nach den Ergebnissen etwas ändern. Die Möglichkeiten waren da, und wir haben uns verbessert“, sagte Schaaf, der zuletzt in der Kritik stand. „Da kümmere ich mich nicht drum. Ich hab mit meiner Mannschaft genug zu tun.“ Umstellen muss er aber bald wieder: Werders Kapitän Clemens Fritz brach sich im Spiel Jochbein und Rippe und fällt nun mehrere Wochen aus.

Gladbach versäumte es gegen defensiv gut gestaffelte Gäste, sich im Rennen um die internationalen Plätze besser in Position zu bringen. „Wir haben gegen Bremen einen Punkt geholt, das ist auch eine gute Mannschaft“, sagte Patrick Herrmann, als habe er von Werders zuletzt doch gehörigen Schwierigkeiten nichts mitbekommen.

Probleme mit dem Fußballspielen hatten beide Teams. Zur Pause gab’s vom Publikum ausgiebig Pfiffe für ein müdes 0:0 – dabei hatte Gladbach nach einer Viertelstunde doch ein Tor erzielt. Schiedsrichter Wolfgang Stark hatte Herrmanns Treffer zunächst anerkannt, revidierte seine Entscheidung nach Rücksprache mit seinem Assistenten aber. Zu Recht, Herrmann stand knapp im Abseits.

Den Treffer holten die Gladbacher nach, als der eingewechselte Mlapa in Hälfte zwei nach einer Ecke unbedrängt einköpfte. Fünf Minuten später leisteten sich dann Borussias Verteidiger ein Schläfchen, Kevin de Bruynes Querpass nutzte Aleksandar Ignjovski zum Ausgleich. „Ein Antizipationsfehler von uns, wir haben das Spiel nicht gelesen. Deshalb konnte de Bruyne einfach flanken“, murrte Favre. Kollege Schaaf sagte erleichtert: „Das Ergebnis ist okay, und unsere Leistung war es auch.“ Andreas Morbach

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