Sport : Wenn der Winker nicht winken will

Claus Vetter

Volker Finke hat mit seinem SC Freiburg schon angenehmere Auswärtsspiele erlebt als das gestrige an der Ostsee. Der 0:4 (0:2)-Niederlage beim FC Hansa Rostock war aus Freiburger Sicht eigentlich wenig Positives abzugewinnen. Der eloquente Trainer versuchte es dennoch: "Das war mehr als eine normale Niederlage", sagte Finke. "Hier war keine Mannschaft so stark, dass sie 4:0 gewinnen durfte. Jeder hat doch gesehen, dass die ersten beiden Tore nicht dem Regelwerk entsprachen."

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Die Torflut an der Ostsee widersprach auch dem Gesetz der Serie. Immerhin hatte Rostock seit dem Dienstantritt von Trainer Armin Veh in drei Spielen kein einziges Feldtor erzielt. Es war in der Tat ein Regelverstoß, der den FC Hansa auf Touren brachte. Der sonst schwenkwütige Linienrichter Thomas Frank mochte seine Fahne bei einem Rostocker Konter einmal nicht heben, obwohl Antonio di Salvo in denkbar abseitsverdächtiger Position nach einem Pass von Rydlewicz an den Ball kam. Der vom FC Bayern gekommene Stürmer ließ sich nicht lange bitten und drosch den Ball über den Freiburger Torhüter Timo Reus hinweg zum Rostocker 1:0 unter die Latte. Das war in der zehnten Minute.

Reus durfte gestern für den verletzten Richard Golz das Tor hüten, und es sollte noch heftiger für ihn kommen. Nach 24 Minuten verhaspelte sich Rydlewicz in einer Traube von drei Freiburgern, und irgendwie kam der Ball zu Hansas Timo Lange. Der hatte allein vor Reus keine Mühe, den Ball ins rechte Eck zu schießen. Diesmal hatte sich Finke über ein vermeintliches Foul von di Salvo an Iaschwili erregt.

Von den zwei Gegentoren in 23 Minuten erholte sich Freiburg nicht mehr. Nach einem Konter erhöhte di Salvo auf 3:0 für Hansa. Dann gab es doch noch eine gute Chance für Freiburg. Nach 64 Minuten wurde Iaschwili von Lange im Rostocker Strafraum gefoult. Rostocks Mathias Schober wehrte den folgenden Elfmeter von Tskitischwili ab, kugelte sich bei dieser Rettungstat allerdings die Schulter aus und musste durch Perry Bräutigam ersetzt werden. Sollten die Bänder zu arg strapaziert sein, fällt Schober vielleicht bis zum Saisonende aus.

Nach dem vergebenen Elfmeter sorgte der ansonsten eher unglücklich agierende Rydlewicz mit einem Kopfballtor für den Höhepunkt aller Freiburger Depressionen und dafür, dass der neue Rostocker Trainer von den Rängen als der Heilsbringer gefeiert wurde. Der Gefeierte selbst wollte sich aber nicht feiern. "Ich bin glücklich, der Sieg war wichtig im Abstiegskampf", sagte Armin Veh. Da fand sein Freiburger Kollege schon einen interessanteren Ansatz. "Schlimmer wäre es doch gewesen, wenn wir nach den zwei regelwidrigen Toren 1:2 verloren hätten", sagte Volker Finke. "Dann hätte ich mich schwarz geärgert."

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