Sport : Wenn nur eine Person nicht wäre

Louis van Gaal verschärft den Konflikt mit Hoeneß

München - Der FC Bayern München steuert auf ein offenes Zerwürfnis zwischen Trainer Louis van Gaal und Präsident Uli Hoeneß zu. Van Gaal machte vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel des deutschen Fußball-Meisters am heutigen Samstag bei Werder Bremen kein Hehl mehr aus seinem gestörten Verhältnis zum Präsidenten. „Mein Vorstand unterstützt mich, meine Spieler unterstützen mich, mein Stab unterstützt mich. Ich denke, dass ich mich sehr wohl fühle beim FC Bayern. Aber mein Präsident hat Kritik geäußert. Okay, das ist so. Wenn eine Person das macht...“, sagte van Gaal am Freitag und wies darauf hin, diese Person sei zudem nicht immer auf dem Vereinsgelände.

Kritische Äußerungen der ehemaligen Bayern-Profis Oliver Kahn und Mehmet Scholl, die der von Hoeneß ähnelten, tat van Gaal dagegen als „Papageien-Musik“ ab. Sie berühre ihn nicht weiter. Scholls Kritik am Umgang mit verdienten Spielern wie dem zum AC Mailand gewechselten Kapitän Mark van Bommel wies van Gaal zurück. „Im Gegenteil, zu dem was Scholl gesagt hat: Wir sind ein sehr warmer Verein und gehen sehr ehrlich und menschlich mit unseren Spielern um. Es ist eine warme Welt beim FC Bayern“, sagte der Trainer zum Wechsel von van Bommel. Der Rekordmeister hatte seinem Kapitän auf dessen Wunsch die sofortige Freigabe erteilt.

   Angesichts der Abgänge von van Bommel sowie Edson Braafheid und David Alaba zu 1899 Hoffenheim sorgt sich van Gaal aktuell angesichts der zusätzlichen verletzungsbedingten Ausfälle von Franck Ribéry, Toni Kroos und Ivica Olic über seine personellen Möglichkeiten. „Jetzt finde ich, dass wir einen zu kleinen Kader haben.“ Ob der Deutsche Meister vor Ablauf der Wintertransferfrist an diesem Montag noch einmal tätig werden wolle, ließ van Gaal unbeantwortet.

Auch ohne Ribéry will van Gaal gegen Bremen die Aufholjagd auf Tabellenführer Dortmund fortsetzen und an den 4:0-Sieg im DFB-Pokal in Aachen anknüpfen. „Auswärts ist es besser geworden. Allerdings sind viele Plätze nicht so gut präpariert und wir müssen mit langen Bällen spielen“, sagte der Niederländer.

Der Meister ist zwar das heimstärkste Team der Liga (23 Punkte), doch die magere Ausbeute von zehn Zählern auf fremden Plätzen entspricht gerade mal jener der Abstiegskandidaten St. Pauli und Mönchengladbach. „Wir müssen eine Auswärtsserie starten“, sagte der neue Kapitän Philipp Lahm, und auch Nationalstürmer Mario Gomez forderte: „Wir müssen auswärts endlich eine Konstanz reinbringen.“ dpa

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