Sport : Wie beim Holsten-Cup

Steffen Hudemann

Bayern, Schalke, Hamburg. Wer denkt da nicht an 2001? An den ungeschickten Hamburger Torwart Mathias Schober und den aufgenommenen Rückpass, an Patrick Andersson und seinen Freistoß in der Nachspielzeit, an Zehntausende Schalker, die auf dem Rasen des Parkstadions für wenige Minuten Deutscher Meister waren, bis die Bayern trafen.

Bayern und Werder. Wer denkt da nicht an 1986? An einen Abend im Weserstadion, an Michael Kutzop, den Elfmeter in der 89. Minute und den Außenpfosten.

Bayern, Hamburg, Bremen und Schalke. Das ist Stoff für große Saisonfinals. Doch 2006 wird sich wohl nichts davon wiederholen. Die Bayern werden mit einem 1:0 gegen Stuttgart oder Kaiserslautern Deutscher Meister – weil der HSV noch nicht so weit ist, Werder durch Torwart Wieses Rolle in Turin aus der Bahn geworfen wurde und zudem ohne Abwehr spielt, und Schalke einfach die Puste ausgeht. Einzig die Frage, wer beim Kampf um die Champions League leer ausgehen würde, versprach noch Spannung. Doch selbst das ist beantwortet. Wenn am 34. Spieltag das Nordderby zwischen Hamburg und Bremen auf dem Programm steht, wird das Spiel wohl so interessant werden wie das allwinterliche Aufeinandertreffen beider Mannschaften beim Holsten-Cup in Kropp. Es wäre nur ein weiteres langweiliges Spiel in einem öden Saisonfinale.

Eigentlich kann jetzt nur noch ein Verein diese Bundesligasaison retten: Der 1. FC Köln muss den Klassenerhalt schaffen. Am letzten Spieltag. Am besten in der Nachspielzeit.

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