Sport : Wie beim Motocross

Holpriger 3:1-Sieg der SCC-Volleyballer über Essen

Karsten Doneck

Berlin - Viel Zeit hatten die Gäste nicht mitgebracht. Sie wollten abends schon wieder die Heimreise antreten. Also baten sie, den Spielbeginn um eine halbe Stunde auf 18.30 Uhr vorzuverlegen. Der Wunsch wurde ihnen erfüllt. Doch weitere zeitliche Zugeständnisse gewährten die Volleyballer des SC Charlottenburg ihrem Gast nicht, schon gar nicht beim Spiel. Beim etwas zähen Saisonauftakt in der Bundesliga verlängerte der SCC vor 980 Zuschauern in der Sömmeringhalle die Partie gegen Aufsteiger VV Humann Essen unnötig, indem er den dritten Satz nach vier verschlagenen Matchbällen noch verlor. Aber insgesamt siegten die Charlottenburger 3:1 (25:20, 25:17, 27:29, 25:17). „Wie beim Motocross“, fühlte sich SCC–Trainer Michael Warm bei den Darbietungen seiner Mannschaft, „alles war ein bisschen holprig.“

Das Spiel sollte für den SCC eigentlich eine Prüfung von minderem Schwierigkeitsgrad sein. Entsprechend verhielten sich die Spieler. Immer wieder rutschten sie in Phasen voller Unkonzentriertheiten hinein. Vor allem Aleksandar Spirovski musste dann mit seinen Punkte bringenden Aktionen Schadensbegrenzung betreiben.

Unauffällig blieb hingegen Matti Ollikainen. Der Finne, 83-maliger Nationalspieler und damit nominell die spektakulärste Neuverpflichtung des SCC, soll den nach Italien abgewanderten Robert Kromm ersetzen. Ihm fehlte aber noch die Lockerheit in der ungewohnten Umgebung. „Er hat nicht viele Fehler gemacht“, wollte zumindest Trainer Warm den Neuen noch nicht allzu hart kritisieren. Ollikainen brauchte bis zum 14:13 im ersten Satz, bevor er durch Anschlagen des gegnerischen Blocks seinen ersten Punkt für den SCC erzielte.

Aber der SCC hatte ja zum Glück noch Aleksandar Spirovski. Der punktete, wenn es nötig wurde. Seine Punkte hatten große Wirkung: Sie ersparten seiner Mannschaft noch mehr Schmach als den einen Satzverlust und den Essenern weitere Verzögerungen bei der Heimreise.

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