Sport : WIE GEHT’S EIGENTLICH …? … FRANK PAGELSDORF (52)

Foto: picture-alliance / Defodi

Interview: Lucas Vogelsang

Herr Pagelsdorf, wo erwischen wir Sie gerade?

Ich bin gerade zuhause. Ansonsten betreue ich in Kiel eine multifunktionale Sportanlage.

Anfang des Jahres wurden Sie in den Vereinigten Arabischen Emiraten entlassen. Können Sie sich eine Rückkehr in die Bundesliga vorstellen?

Natürlich. Ich habe mein ganzes Leben nichts anderes gemacht, als Fußball zu spielen und als Trainer zu arbeiten. Aber ich bin nicht unter Zeitdruck. Ich schaue mir das Geschehen in Ruhe an und warte, bis es passt.

Dieses Bundesliga-Wochenende steht ganz im Zeichen der Derbys. Durch Ihre Zeit als Spieler in Dortmund und Trainer in Hamburg und Berlin kennen Sie die Rivalitäten. Welches ist aus Ihrer Sicht das Derby mit dem größten Zündstoff?

Ganz klar das Revierderby. Gerade wegen der gewachsenen Rivalität, weil diese Mannschaften über all die Jahre immer wieder aufeinander getroffen sind. Hertha gegen Union und St. Pauli gegen den HSV hat es ja so eine Ewigkeit schon nicht mehr gegeben. Und es ist dieses Mal auch wegen der brisanten Situation auf Schalke ein besonders wichtiges Spiel. Entweder gibt es danach ganz große Probleme oder man schafft es, sich mit diesem Spiel etwas Luft zu verschaffen.

In Berlin und Hamburg rechnen die Sicherheitskräfte mit möglichen Ausschreitungen. Die Fans schaukeln sich seit Wochen gegenseitig hoch. Gehört auch diese Form der Emotionalität zu solchen Derbys?

Es hängt immer davon ab, wie weit das geht. Wenn sich die Fans hochschaukeln, ist das auch ihre Art, sich auf dieses Spiel vorzubereiten. Das gehört dazu. Immerhin fiebern sie diesem Spiel ein ganzes Jahr entgegen. Es muss eben nur im Rahmen bleiben. In Hamburg habe ich das Verhältnis zwischen den Fangruppen aber immer als überaus fair erlebt. Ich habe mir am Millerntor oft Spiele angeschaut und wurde dort immer freundlich aufgenommen.

Wie schnell die Emotionen bei so einem Derby überkochen können, haben Sie aber auch selbst erfahren. Am 10. Dezember 1988 haben Sie nach dem Spiel im Parkstadion einen Journalisten mit Cola übergossen…

… aber das hatte mit den Emotionen des Derbys überhaupt nichts zu tun. Das war eine andere Geschichte.

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