Sport : WIE GEHT’S EIGENTLICH …? … HORST HRUBESCH (59)

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Interview: Lucas Vogelsang

Herr Hrubesch, wo erwischen wir Sie gerade?

Im Auto. Ich bin in meiner Funktion als U-18-Trainer für den DFB unterwegs, fahre zu den Vereinen und spreche mit den Trainern. Nachdem ich die U 21 abgegeben habe, fange ich jetzt mit einem neuen Jahrgang von vorne an.

Beim Hamburger SV haben Sie unter Ernst Happel gespielt, arbeiten heute selbst als Trainer. Gibt es etwas, das Sie sich bei ihm abgeschaut haben?

Es hat ja mal diese Geschichte gegeben mit dem sogenannten „Fußball 2000“. Und Happels Aussage war, dass er diesen Fußball schon 1950 auf Eiche und Buche gespielt hat. Er hat immer offensiv spielen lassen, seine Mannschaften sollten nach Möglichkeit immer agieren und nicht reagieren. Das ist auch meine Philosophie.

Heute treffen Ihr ehemaliger Verein HSV und Bayern München aufeinander. Am 24. April 1982 siegte Hamburg in einem bis heute legendären Spiel mit 4:3. Sie köpften den Siegtreffer in der 90. Minute. Wäre der HSV damals auch ohne dieses Tor Deutscher Meister geworden?

Ja, denn bei einem Unentschieden hätte uns ja auch der eine Punkt gereicht. Wir waren zu dieser Zeit eine Topmannschaft und konnten überall gewinnen, gegen wen auch immer.

Die erste Hälfte der 80er Jahre gilt als goldene Zeit des Hamburger SV. Was war das Besondere an der damaligen Mannschaft?

Es war eine Mannschaft, die menschlich unglaublich gut zusammen passte. Jeder war bereit, für den anderen zu arbeiten. Viele Spiele haben wir über die Laufbereitschaft gewonnen. Zudem waren wir, wie beim Spiel in München, immer bereit, Risiko zu gehen. Wichtig war aber, dass diese Mannschaft in ihrem ersten gemeinsamen Jahr gleich Meister geworden und deshalb mit dem Erfolg gewachsen ist.

Sie wurden am Ende der Saison mit 27 Treffern Torschützenkönig und einige Wochen später Vize-Weltmeister. War 1982 Ihr bestes Jahr?

Keine Ahnung. Ich messe das nicht an Erfolgen. Für mich war das erfolgreichste Jahr meine erste Saison in Essen, weil ich mir, nachdem ich direkt aus der Landesliga gekommen war, selbst beweisen musste, ob ich überhaupt in der Lage bin, in der Bundesliga zu spielen. Und das habe ich dann mit 18 Toren eindrucksvoll geschafft.

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