Sport : WIE GEHT’S EIGENTLICH …? … KLAUS THOMFORDE (48)

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Interview: Ron Ulrich

Herr Thomforde, wo erwischen wir Sie gerade?

Ich bin in Litauen, wo ich als Torwarttrainer arbeite. Gerade komme ich von einer Sitzung mit den Spielern. Der Kontakt nach Litauen besteht seit langer Zeit, da ich von 2005 bis 2008 hier schon einmal Torwarttrainer war.

Sie galten als „Tier im Tor“. Bleibt die Frage: Was geben Sie davon ihren Torhütern als Trainer mit?

Meine Zeit als Aktiver spielt gar keine Rolle. Jeder hat seine eigene Persönlichkeit. Ich war etwas extrovertierter, andere gehen mit bestimmten Situationen anders um. Das kann man nicht vorgeben, da muss jeder Torwart seine eigene Linie finden. Aber die Jungs hier haben großes Talent, es macht mir Spaß, deren Entwicklung zu betreuen.

Wie haben Sie in Litauen vom Abschied Ihres langjährigen Mitspielers Holger Stanislawski von St. Pauli gehört?

Wir haben den Bericht darüber im ZDF gesehen. Es war sehr emotional. Letzten Endes muss man seine Entscheidung aber akzeptieren. Er hat über viele Jahre hinweg alles für den Verein getan, und irgendwann war dann der Akku leer. Es kommt nun einmal irgendwann der Zeitpunkt, an dem man den nächsten Schritt gehen muss.

Wie eng ist Ihr Kontakt nach St. Pauli noch?

Ich telefoniere regelmäßig mit André Trulsen, der ja genauso wie Stanislwaski in den neunziger Jahren vor mir in der Abwehr gespielt hat. Außerdem besuche ich auch noch häufig das Millerntor. Zuletzt war ich beim Spiel gegen Schalke im Stadion ...

... dem abgebrochenen Spiel nach dem Becherwurf.

Ja, das war sehr schlimm für den Verein. Weil es alldem zuwiderläuft, wofür St. Pauli steht. Es ging immer hoch her, auch zu meiner aktiven Zeit, doch die Emotionen dürfen nicht so ausarten.

Samstag geht es für den FC St. Pauli nach Wolfsburg zu einem direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg.

Die Jungs haben in Leverkusen eine ordentliche Leistung gezeigt. Und der größere Druck liegt ganz klar bei Wolfsburg. Ich bin also optimistisch, auch weil ich glaube, dass das Ende der Gerüchte um den Trainer eine Art Befreiung sein kann.

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