Sport : Wie im Boxring

Dortmund siegt beim Rivalen Hoffenheim 2:1

Oliver Trust[Sinsheim]

Dass Timo Hildebrand sauer war, konnte man ihm ansehen. Als er dann noch Roman Weidenfeller unlautere Schauspielkünste vorwarf, konnte man es auch hören. „Ich verstehe nicht, warum man sich da so fallen lässt“, schnaubte der Hoffenheimer Torwart nach der 1:2 (0:1)-Niederlage gegen Borussia Dortmund. Hildebrand meinte die 81. Minute eines turbulenten Spiels, in dem sich in der Schlussviertelstunde die Ereignisse überschlugen, es Elfmeter gab, einen Platzverweis und ein Tor, von dem man nicht wirklich wusste, warum es nicht gegeben wurde.

In der 81. Minute schlug der kurz zuvor eingewechselte Maicosuel Weidenfeller den Ball aus der Hand. Der fiel wie im Boxring niedergestreckt zu Boden – und Schiedsrichter Michael Kempter zog Rot. „Hat er den Schlag bekommen oder ich?“, schimpfte Weidenfeller in Hildebrands Richtung zurück und konterte: „Ich bin noch nie so beleidigt und beworfen worden wie hier.“ Auf dem Platz verweigerte Hildebrand Weidenfeller den Handschlag, Josip Simunic riskierte in Wortgefechten mit dem unsicheren Schiedsrichter eine weitere Rote Karte. Auch Weidenfeller musste sich einiges anhören. Schon nach seinem Sturz nach Maicosuels Schlag gab es ein Handgemenge. Simunic sah einen weiteren Grund, um sauer zu sein. In der 79. Minute hatte Kempter zurecht Elfmeter gepfiffen. Simunic hatte Neven Subotic von hinten gepackt und im Strafraum umgerissen. „Wenn du willst, findest du immer was“, schimpfte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick. „Herr Kempter wollte Elfmeter pfeifen.“

Die dritte strittige Szene gab es in der 75. Minute, als Kempter just in dem Moment abpfiff, als Mohamed Zidan im Mittelfeld den Ball traf. Der flog danach fast 50 Meter weit ins leere Hoffenheimer Tor, das Hildebrand bei einem Konter für eine Rettungsaktion verlassen hatte. Kempters Pfiff kam trotzdem, weil Demba Ba verletzt am Boden lag. Es wäre das 2:1 gewesen. Das musste nun Nuri Sahin per Elfmeter erzielen. Zuvor hatte Jakub Blaszczykowski den BVB in der dritten Minute in Führung gebracht und Demba Ba nach 48 Minuten ausgeglichen.

Bei allen Streitigkeiten ging unter, dass der BVB verdient gewonnen und Hoffenheim ein schwaches Spiel gemacht hatte. Neben seiner Kritik an Weidenfeller hatte Timo Hildebrand die Gründe für die Niederlage schnell gefunden: „Zu viel Chaos und zu viele Undiszipliniertheiten.“

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