Sport : Wie im Film

Jockey Eduardo Pedroza gewinnt in Hoppegarten mit Terre de L’Home den Preis der Deutschen Einheit

Ingo Wolff

Hoppegarten. Tobey Maguire hat es vorgemacht. Im Film „Seabiscuit“ ritt er als Jockey Red Pollard seinen Siegen im Sattel stehend entgegen – den rechten Arm mit der Peitsche in den Himmel gestreckt. Der vorige Woche angelaufene Kinostreifen ist so etwas wie Pflichtstoff für alle Galoppinteressierten. Eduardo Pedroza muss den Film über die wahre Geschichte eines erfolglosen Hengstes, der zum besten Rennpferd Amerikas wurde, verinnerlicht haben. Beim Volkswagen-Preis der Deutschen Einheit in Hoppegarten konnte es sich der aus Panama stammende Reiter erlauben, sich schon viele Meter vor der Ziellinie aus dem Sattel zu erheben. Und noch etwas erinnerte an die Karriere von Seabiscuit: Terre de L’Home hatte kaum jemand ernsthaft den Sieg zugetraut.

Bei den Wettern wurde er von den zehn Startern als viertletzter gehandelt. Dabei hatte der sechsjährige Hengst bereits im Vorjahr überraschend den Preis der Einheit gewonnen. Doch dann erkrankte er an den Atemwegen und musste lange aussetzten. Nur noch einmal war er seither gestartet und nicht gerade überzeugend gelaufen. „Er brauchte Zeit, bis er über die Krankheit hinweggekommen ist,“ sagte Trainer Andreas Wöhler. „Wir waren ein bisschen unsicher, ob die Puste reicht.“

Doch Pedroza setzte sich schon früh an die Spitze des Feldes und diktierte das Tempo. Der Panamaer hatte eine günstige Startbox erwischt, und Terre de L’Home sprang ideal aus der Startmaschine ab. „Mein Trainer Andreas Wöhler hatte gesagt, dass ich ruhig vorn gehen kann, wenn es nicht viel Tempo gibt.“ Das Rennen war langsam, und so konnte der Jockey sein eigenes Rennen machen. Zwischenzeitlich sah es so aus, als könne sich der Favorit Winning Dash dem vorausreitenden Duo nähern, doch der Hengst hielt dagegen. „Terre de L’Home kann kämpfen wie ein Tiger“, sagte Pedroza. Vor dem Ziel lag Pedroza dann so weit vorn, dass er sich schon früh aus dem Sattel erheben konnte. Nur eines war anders als im Film: Während Hollywood auf gutes Wetter für die Rennszenen warten konnte, lagen über Hoppegarten schwere Regenwolken, die ihre Last kurz vor dem Preis der Einheit abluden. Am stärksten war der Regen zur Siegerehrung, sodass ein Großteil der 16 800 Zuschauer kurz nach dem Rennen nach Hause ging.

Die beiden Favoriten Winning Dash mit Jockey Lennard Hammer-Hansen und Australian Dreams mit Terry Hellier kamen nicht so gut mit dem schweren Geläuf zurecht. Während der Däne Hammer-Hansen seinen dreijährigen Hengst immerhin noch auf den zweiten Platz führte, war die vierjährige Stute von Trainer Andreas Schütz in dem mit 55 000 Euro dotierten Rennen abgeschlagen. Der einzige ausländische Starter, Royal Experiment aus Norwegen mit Jockey Fiod Johansson, kam auf Rang drei.

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