Sport : Wieder bei den Allerbesten

Mit dem 2:0 bei Juventus Turin zieht der FC Bayern erneut ins Halbfinale der Champions League ein.

Elisabeth Schlammerl[Turin]
Der große Sprung. Franck Ribery überwand mit dem FC Bayern auch die Viertelfinalhürde Juventus Turin. Foto: Reuters
Der große Sprung. Franck Ribery überwand mit dem FC Bayern auch die Viertelfinalhürde Juventus Turin. Foto: ReutersFoto: REUTERS

Den Preis für das spannendste Viertelfinale des laufenden Champions-League-Wettbewerbs verpasste der FC Bayern München zwar, der ging eindeutig an Borussia Dortmund. Aber immerhin schaffte es der neue Deutsche Meister, auch das Rückspiel gegen Juventus Turin für sich zu entscheiden. Dank der Treffer von Mario Mandzukic und Claudio Pizarro gewannen die Münchner vor 41 000 Zuschauern 2:0 (0:0) und folgten damit dem Ligakonkurrenten in die Runde der letzten Vier. „Wir wussten, dass wir ruhig bleiben und dann das Tor machen müssen, das haben wir auch geschafft“, sagte Mario Mandzukic, „ich bin glücklich, dass wir weiterkommen sind – aber es ist noch nicht fertig.“

Nach dem überzeugenden Auftritt beim 2:0-Sieg im Hinspiel genügte der Elf von Trainer Jupp Heynckes dieses Mal eine kämpferische gute, aber spielerisch durchschnittliche Leistung, um die Chancen auf den Gewinn des europäischen Titels zu wahren. Bei der Halbfinal-Auslosung am Freitag in Nyon sind zum ersten Mal in der Geschichte der Champions League zwei deutsche Teams vertreten. Dazu kommen zwei spanische: Real Madrid und der FC Barcelona. „Alle vier Mannschaften sind auf Augenhöhe“, sagte Bayerns-Verteidiger Philipp Lahm.

Während Turins Trainer Antonio Conte seine Mannschaft im Vergleich zum Hinspiel auf fünf Positionen veränderte, verzichtete Jupp Heynckes auf Überraschungen. Lediglich Javier Martinez rückte für Luiz Gustavo ins defensive Mittelfeld, der Spanier hatte vor acht Tagen wegen der dritten Gelben Karte pausieren müssen. Um Andrea Pirlo kümmerten sich auch im modernen Juventus-Stadion wieder überwiegend Thomas Müller und Mario Mandzukic, aber vom italienischen Regisseur ging auch dieses Mal höchstens bei Freistößen Gefahr aus.

Vielmehr beschäftigte die Münchner in der Defensive der neu ins Team gerückte Mirko Vucinic. Der Stürmer sorgte von Anfang an für Wirbel. Klare Torchancen wusste die Bayern-Abwehr zunächst mit viel Können und auch ein bisschen Glück zu verhindern. Bei einem Freistoß von Pirlo aus 17 Metern parierte obendrein Torhüter Manuel Neuer vorzüglich. Auf der anderen Seite bewies der von Franz Beckenbauer als Rentner bezeichnete Gianluigi Buffon, dass er doch noch sehr reaktionsschnell sein kann. Bei einem Distanzschuss von David Alaba klärte er souverän.

Für ein wenig Aufregung hatte im Vorfeld der Partie gesorgt, dass die Uefa einen Schiedsrichter aus Spanien, aus dem Land eines möglichen Halbfinalgegners, für diese Partei angesetzt hatte. Carlos Velasco Carballo gilt zudem als eher kleinlicher Unparteiischer. Und es waren gerade einmal fünf Minuten gespielt, da zückte Carballo die erste Karte. Es traf Mandzukic nach einem Zweikampf mit Turins Verteidiger Giorgio Chiellini. Der Kroate fehlt damit im ersten Halbfinalspiel. Noch vor der Pause sah in Leonardo Bonucci auch ein Turiner Gelb.

Das Pressing in vorderster Linie, das im Hinspiel der Schlüssel zum Münchner Erfolg gewesen war, funktionierte dieses Mal nicht so gut, weil Juventus selbst früh störte. Die Münchner reagierten deshalb mehr als dass sie agierten. Dass noch vor der Pause Daniel van Buyten vom Platz musste und Jerome Boateng in die Innenverteidigung rückte, trug nicht gerade zur Beruhigung des Bayern-Spiels bei. Der Belgier klagte nach einem Ellenbogencheck über Kopfschmerzen. In der zweiten Halbzeit wirkten die Münchner präsenter – und gefährlicher. Die Aggressivität der Italiener ließ hingegen nach, je länger die Partie dauerte. Zunächst traf Arjen Robben den Pfosten, ehe Mandzukic fünf Minuten später die italienischen Hoffnungen, das Spiel noch zu drehen, endgültig zerstörte. Mit dem 1:0 waren die letzten kleinen Zweifel am Halbfinaleinzug des FC Bayern beseitigt. Claudio Pizarro erhöhte in der Nachspielzeit noch auf 2:0. Zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren gehört der Rekordmeister zu den vier besten Mannschaften in Europa.

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