Sport : Wiedersehen mit der Blaupause

Taylor Rochestie trifft mit Alba auf seinen Ex-Klub Göttingen – und die Berliner auf ein warnendes Beispiel

Dominik Bardow

Berlin - Profi-Sportler haben ja gerne einmal Hintergedanken, wenn sie einen Vertrag unterschreiben. Der eine schielt auf Gehalt und Prämien, der andere sieht den Verein nur als Zwischenstation. Taylor Rochestie hingegen hatte ganz andere Hintergedanken. „Seit ich den Vertrag bei Alba unterschriebe habe, freue ich mich auf dieses Spiel“, sagt der Spielmacher vor dem heutigen Ligaspiel der Berliner Basketballer bei Rochesties früherem Klub BG Göttingen (19.30 Uhr).

Das Wiedersehen mit dem Tabellenneunten ist für den 25-jährigen US-Amerikaner in der Tat etwas Besonderes. In Göttingen gewann der Publikumsliebling 2009/10 als MVP die Eurochallenge und wurde von den Fans „The Show“ gerufen.

„Das wird emotional für ihn“, ahnt Alba-Coach Muli Katzurin. „Wenn du gegen deine Freunde antrittst, gegen die du in der Sommerpause spielst und neben dem Feld sprichst, dann willst du gewinnen“, sagt Rochestie und lässt keine Zweifel an seiner Loyalität. Er werde dem Coach Tipps geben, wie Göttingen spielt.

Die braucht Katzurin gar nicht unbedingt, spielt Göttingen doch einen ähnlichen Stil wie Alba: Das aggressive und rasante Tempospiel könnte auch als Blaupause für das Berliner Offensivspiel gelten und ist sicher auch ein Grund, warum Rochestie (bisher 10 Punkte und knapp fünf Assists im Schnitt) keine Eingewöhnungszeit in Berlin brauchte.

Der kraftraubende Stil der Göttinger kann aber auch als Warnung für Alba in den Play-offs dienen: Zwar kamen sie im Eurocup ins Viertelfinale, weiter als jede andere deutsche Mannschaft, zollten aber dem Kraftakt Tribut und müssen nun gegen Alba siegen, um sich für die Play-offs zu qualifizieren. Katzurin vertraut aber darauf, dass Albas Kader tiefer besetzt ist. „Von unserer Bank kommt viel Druck“, lobt er und grenzt sich von Göttingen ab: „Sie spielen anders, gerade in der Defensive.“ Göttingen setze mehr auf Zonenverteidigung. Alba variiert mehr. „Aber in unserer Verteidigung ist noch Luft nach oben“, sagt Katzurin. „Daran müssen wir jetzt verstärkt arbeiten.“ Der beste Verteidiger Immanuel McElroy fehlt allerdings mit Rückenproblemen in Göttingen und am Freitag in Bremerhaven weiterhin. Dominik Bardow

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