Sport : Wir können auch anders

Berlin Thunder startet zum ersten Mal mit einem Sieg in die Saison

Ingo Wolff

Berlin. Das Wasser spritzte mächtig, als Oliver Celestin mit dem Football zu Boden ging. Der Verteidiger von Berlin Thunder hatte den letzten Pass der Scottish Claymores abgefangen und reckt ihn als Siegtrophäe hoch. Der Spielzug hätte auch so keine Auswirkungen gehabt, aber so war der Fang symbolisch für das erste Heimspiel. Berlin Thunder gewinnt mit 20:14 (0:0, 10:7, 7:0, 3:7) gegen die Claymores und startet zum ersten Mal mit einem Sieg in die Saison der NFL Europe, und auch ihr erstes Heimspiel hatten die Berliner bisher immer verloren. Beide Serien konnte Thunder unter ihrem neuen Cheftrainer Rick Lantz gestern beenden. „Ich weiß, dass das in Berlin ein Thema war, und ich bin glücklich, dass es zu Ende ist.“

Fast drei Stunden hatte es auf die Rasenfläche im Olympiastadion geregnet, und schon nach den ersten Minuten hätten die ersten Fans am liebsten die Flucht ergriffen – vor dem Regen und vor dem Spiel. Da lag Thunder gerade zurück. Weil das Stadion inzwischen aber weitgehend überdacht ist, blieben die 14 257 Zuschauer doch sitzen und wurden belohnt. Denn mit dem Regen war es ähnlich wie mit dem Berliner Angriff: Je länger er dauerte, desto stärker wurde er.

Den schwachen Start hatte ausgerechnet der hoch gelobte Rohan Davey zu verantworten. Der wohl beste Quarterback, der je nach Europa geschickt wurde, zeigte sich zunächst wenig überzeugend, sieht man einmal von einem umsichtigen Pass im ersten Spielzug ab. Gleich sein zweiter Ball landete in den Armen der Claymores. Glück hatte Davey, dass die Schotten mit ihrer Übermacht nichts anzufangen wussten. Die Berliner Defensive stand so dicht, dass nur wenige Angriffe der Glasgower überhaupt bis vor die Endzone der Berliner kamen.

Im zweiten Viertel hatte Cheftrainer Rick Lantz dann genug von Daveys Wurfkunst. Der Trainer gab der zuvor unumstrittenen Nummer eins eine Auszeit. Das wirkte. Als Ersatzspielmacher David Rivers die Führung übernahm, machten die Berliner mehr Druck. Mit einem Fieldgoal von Jonathan Ruffin und dem ersten Touchdown durch Chas Gessner wendete Rivers das Spiel. Die Rehabilitation für Rohan Davey kam nach der Pause. Mit einem weiten Pass brachte er den Football bis vor die schottische Endzone und verwandelte dann selbst zum zweiten Touchdown für Thunder. Davey nahm seinen Fehlstart anschließend gelassen: „Lieber einen Fehlwurf am Anfang als am Ende, wenn es entscheidend ist.“

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