WM 2014 - Sieg gegen Honduras : Xherdan Shaqiri schießt Schweiz ins Achtelfinale

Xherdan Shaqiri vom FC Bayern München ist der Mann des Tages. Mit seinen drei Treffern gegen Honduras schießt der die Schweiz quasi allein ins Achtelfinale, wo nun WM-Favorit Argentinien wartet.

Am Tag, als Xherdan dreimal traf. Shaqiri jubelt hier mit Josip Drmic über sein zweites Tor gegen Honduras. Foto: Reuters
Am Tag, als Xherdan dreimal traf. Shaqiri jubelt hier mit Josip Drmic über sein zweites Tor gegen Honduras.Foto: Reuters

Ein Xherdan Shaqiri in Gala-Form hat Ottmar Hitzfeld vor dem bitteren Ende seiner Trainerkarriere bewahrt. Der Mittelfeldstar des FC Bayern München erzielte am Mittwoch alle drei Tore zum 3:0 (2:0) der Schweizer Nationalmannschaft bei der schweißtreibenden „Dschungelprüfung“ in Manaus gegen Honduras und sorgte fast im Alleingang für den Achtelfinal-Einzug bei der Fußball-WM in Brasilien. Dort wartet auf Hitzfeld am kommenden Dienstag (18.00 Uhr) in São Paulo noch einmal ein großes Duell mit Lionel Messi und dem zweimaligen Weltmeister Argentinien. Für Außenseiter Honduras ist dagegen bei der dritten WM-Teilnahme wie 1982 und 2010 in der Vorrunde Endstation.

Shaqiri war nicht nur wegen seiner Tore in der 6., 31. und 71. Minute der Dreh- und Angelpunkt im Schweizer Spiel. Der pfeilschnelle Techniker war bei Temperaturen von fast 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 79 Prozent sehr präsent und fast an jedem guten Angriff beteiligt. Damit schafften es die Eidgenossen, die fünf Tage zuvor beim 2:5 gegen Frankreich noch böse untergegangen waren, nach acht Jahren wieder ins Achtelfinale. Denn Gruppensieger Frankreich leistete gegen Ecuador Schützenhilfe.

Im letzten Vorrundenspiel zeigten die Schweizer ihre beste Leistung. Zwar hinterließ die Hintermannschaft um den Hamburger Johan Djourou erneut nicht den sichersten Eindruck, was gegen die harmlosen Mittelamerikaner aber nicht so zum Tragen kam. Dafür harmonierte die Offensive prächtig. Insbesondere Shaqiri und der zukünftige Leverkusener Josip Drmic präsentierten sich als kongeniales Duo.

Bereits nach nicht einmal zwei Minuten hatte Shaqiri nach Zuspiel von Drmic die Chance zur Führung, doch Torhüter Noel Valladares wehrte den Schuss aus drei Metern per Fuß ab. Vier Minuten später war der Keeper aber geschlagen, als der Bayern-Star aus 18 Metern abzog und in den Winkel traf. Danach hatte aber auch Hitzfeld, der im weißen Hemd an der Seitenlinie stand, einige sorgenvolle Momente zu überstehen. Denn seine Mannschaft überließ Honduras all zu sehr die Spielkontrolle und hatte dabei Glück, dass Brayan Beckeles bei einem Drehschuss nicht genau zielte (22.).

Seit der WM 1954 hatte kein Schweizer mehrfach getroffen - bis Shaqiri kommt

So dauerte es eine gewisse Zeit, ehe die mit sieben Bundesligaprofis angetretenen Schweizer zurück im Spiel waren - und gleich wieder trafen. Begünstigt durch einen Fehler von Victor Bernandez leitete Drmic den Ball auf Shaqiri weiter, der sich die Chance nicht nehmen ließ und als erster Schweizer seit Josef Hügi 1954 mehrmals in einem WM-Spiel traf.

Das zweite Tor hatte für die Hitzfeld-Mannschaft befreiende Wirkung, kurz nach der verordneten Trinkpause hätte Drmic noch vor der Pause für Beruhigung sorgen können. Doch zweimal vergab der Torjäger - diesmal auf Vorarbeit von Shaqiri - aus bester Position (43. und 45.+2).

Mit Beginn der zweiten Halbzeit drehte Honduras, das die Hitzfeld-Elf vor vier Jahren in Südafrika mit dem 0:0 noch geärgert hatte, mächtig auf. Dabei verfehlte Jerry Bengtsson bei einem Flugkopfball knapp den Ball und damit wohl auch das Anschlusstor (49.). Kurz darauf war der Wolfsburger Keeper Diego Benaglio schon geschlagen, als er von Bengtsson umkurvt wurde, doch Ricardo Rodriguez klärte mit einer Fußabwehr auf der Linie (52.). Auf der Gegenseite hatte Shaqiri eine weitere gute Chance (59.) und natürlich war es auch der 22-Jährige, der für die endgültige Entscheidung sorgte.

So darf sich Hitzfeld, der insgeheim vom Viertelfinale träumt, auf ein weiteres Spiel in seiner herausragenden Trainer-Laufbahn freuen: Gegen den viermaligen Weltfußballer Messi. (dpa)

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