WM 2022 : Platini contra Blatter: Uefa-Chef will Katar-Turnier im Januar

In der Debatte um die Fußball-WM 2022 in Katar zeichnet sich ein neuer Konflikt zwischen Uefa-Präsident Platini und Fifa-Chef Blatter ab. Platini lehnt den von Blatter vorgeschlagenen Termin ab und schlägt einen neuen vor.

Uefa-Präsident Michel Platini.
Uefa-Präsident Michel Platini.Foto: dpa

In der Debatte um die Fußball-WM 2022 in Katar zeichnet sich ein neuer Konflikt zwischen den Top-Funktionären Michel Platini und Joseph Blatter ab. Uefa-Chef Platini sprach sich am Donnerstag für eine Ausrichtung des umstrittenen Turniers im Januar aus. „Wenn sie im Dezember oder November stattfindet, könnte es ein Problem geben, wenn sie im Januar stattfindet, wird es kein Problem geben“, sagte der Franzose dem Sender Sky Sports mit Blick auf den angestrebten Winter-Termin für die WM am Golf.

Fifa-Präsident Blatter hingegen hatte zuletzt für eine WM im November und Dezember 2022 plädiert, um eine Kollision mit den Olympischen Winterspielen 2022 zu vermeiden. Hierzu hat es offenbar auch schon Gespräche mit dem scheidenden IOC-Präsidenten Jacques Rogge gegeben. „Bei uns herrscht Zuversicht, dass sich die Fifa mit dem IOC über die Austragungsdaten der beiden Großereignisse abstimmen wird. Wir sind überzeugt, dass es für die Winterspiele 2022 keinen Schaden bedeutet“, hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) bereits Mitte Juli mitgeteilt. Die Fifa-Exekutive will auf ihrer Sitzung am 3. und 4. Oktober in Zürich die schwierige Thematik beraten. Diesem Gremium gehören auch Blatter und Platini an.

Besonders englische Spitzenclubs sind wegen Terminproblemen für die Premier League grundsätzlich gegen eine WM im Winter. In der Bundesliga war die Blatter-Idee hingegen begrüßt worden. Laut Platini könnte es nun zu einem Vorstoß der europäischen Ligen kommen, in dem der Fifa ein eigenes Konzept vorgelegt wird.

„Die Fifa wird entscheiden und die WM organisieren, aber vielleicht machen die europäischen Ligen einen Vorschlag“, sagte Platini. Der Franzose hatte als einziger Funktionär seine Stimme bei der WM-Vergabe im Dezember 2010 für Katar öffentlich bestätigt und wegen der hohen Temperaturen am Golf viel früher als Blatter für eine Winter-WM plädiert.

Hinter seinem neuen Vorstoß könnte nun ein sportpolitischer Schachzug stecken. Weiterhin wird damit gerechnet, dass Blatter und Platini 2015 um den Posten als Fifa-Präsident gegeneinander antreten. Bereits jetzt hat bei vielen Themen ein mehr oder weniger subtil geführter Wahlkampf der beiden begonnen.

Ein grundsätzliches Problem einer Winter-WM sieht Platini für den Spielkalender nicht. „Es wird für ein Jahr sehr besonders sein - anstatt im Mai die Saison zu beenden, beenden wir sie im Juni. Ich habe mir das schon mal angeguckt und für mich gibt es da kein Problem“, sagte der Uefa-Chef. (dpa)

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