WM-Qualifikation : DFB-Elf gewinnt 2:0 gegen Nordirland

Die Nationalmannschaft hat auch ihr drittes Qualifikationsspiel für die WM 2018 gewonnen. Gegen Nordirland trafen Julian Draxler und Sami Khedira zum 2:0 (2:0)-Sieg.

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Sami Khedira trifft per Kopfball zum 2:0 für Deutschland.
Sami Khedira trifft per Kopfball zum 2:0 für Deutschland.Foto: Imago

Der Trommler in der deutschen Kurve trommelte unermüdlich, ein kleines Häuflein sang tapfer gegen die Monotonie an: „Olé, olé, super Deutschland olé.“ Ein wirklich imposanter Chor wurde daraus nicht. Die andere Seite in Grün und Weiß konnte da, obwohl unter den 42.132 Zuschauern eindeutig in der Unterzahl, einen ganz anderen Klangkörper aufbieten. Die Fußballfans aus Nordirland verfügen nicht nur über ein deutlich größeres Repertoire als die einfallslosen Deutschen, sie sind auch bekannt für ihre Lust am gemeinsamen Singen – und die hat nur bedingt etwas mit dem Geschehen auf dem Rasen zu tun. Auch gestern in Hannover übertönten die Nordiren ihre Widersacher. Auf dem Spielfeld hingegen machten die deutsche Nationalmannschaft die Musik. Schon nach einer knappen Viertelstunde führte der Weltmeister 2:0, dabei blieb es bis zum Schluss. Im dritten Qualifikationsspiel zur WM in Russland gewannen die Deutschen damit zum dritten Mal zu null.

Als Weltmeister verfügt die Mannschaft nun mal über ein deutlich reichhaltigeres Repertoire an fußballerischen Fähigkeiten als die Nordiren. Was die wackeren Gäste der Spielkunst der Deutschen entgegenzusetzen versuchten, war so simpel wie ein „Olé, super Deutschland olé“ in der Endlosschleife. Hinten verteidigten sie mit (mindestens) fünf Mann auf einer Linie, und wenn sie einmal den Ball gewonnen hatten, versuchten sie ihn möglichst schnell zu Josh Magennis, ihrem einzigen Stürmer, zu befördern. Die deutsche Defensive hatte mit diesem archaischen Fußball zuweilen trotzdem ihre Schwierigkeiten. Torhüter Manuel Neuer musste schon in der zweiten Minute weit vor seinem Tor eingreifen, nachdem Magennis sich gegen Mats Hummels behauptet hatte.

Zur zweiten Halbzeit brachte Löw dann Gündogan

In der Regel aber spielte sich das Geschehen auf der anderen Seite ab. Bundestrainer Joachim Löw hatte entgegen seinen eigenen Andeutungen nicht etwa Ilkay Gündogan für Sami Khedira in seine Startelf befördert, sondern dieselbe Anfangsformation aufgeboten wie am Samstag beim 3:0 gegen Tschechien. Gut möglich, dass dies als Signal an seine Mannschaft gedacht war: Keine Experimente, wir nehmen auch diese Begegnung maximal ernst.

Schon in der vierten Minute hätten die Deutschen die erste große Chance, in Führung zu gehen, als Mario Götze nach einer Flanke von Thomas Müller fünf Meter vor dem Tor frei zum Kopfball kam. Torhüter Michael McGovern hatte jedoch keine Mühe. Wie schon gegen Tschechien fiel die Führung in der 13. Minute. Julian Draxler verarbeitete ein Zuspiel Müllers geschmeidig mit dem Fuß und vollendete aus 17 Metern mit einem überlegten Schuss ins lange Eck. Für den Wolfsburger war es das erste Tor seit dem EM-Achtelfinale gegen die Slowakei. Weder im Verein noch in der Nationalmannschaft hatte er seitdem getroffen. Der Plan der Nordiren, möglichst lange das 0:0 zu halten, war damit hinfällig. Und nicht mal fünf Minuten später war das Spiel im Grunde entschieden. Nach einer Ecke köpfte Hummels den Ball zurück zu Sami Khedira, und der vollendete, ebenfalls per Kopf, aus kurzer Distanz zum 2:0.

Bis dahin war die Mannschaft ihrem eigenen Anspruch, die WM-Qualifikation mit der größtmöglichen Seriosität anzugehen, erneut gerecht geworden. In der Folge aber ließ sie die Dinge ein wenig schleifen. Sie verwaltete den Ball, spielte nicht mehr mit dem nötigen Tempo, um die massive Defensive der Nordiren zum Tanzen zu bringen, und zeigte auch in der Defensive in manchen Momenten eine gewisse Sorglosigkeit. Die Gäste kamen nach Zuspielen in die Spitze zweimal zum Abschluss. Jamie Ward und Josh Magennis scheiterten allerdings an Neuer.

Zur zweiten Halbzeit brachte Löw dann Gündogan, allerdings nicht für Khedira, sondern für Mesut Özil. Gündogan kam gleich zu einer guten Gelegenheit, sein Schuss wurde aber noch von einem Nordiren geblockt. Sonst sah es auch nach der Pause weitgehend so aus wie in der halben Stunde vor der Pause. Die Deutschen ließen den Ball rund um den Strafraum der Nordiren kreiseln, fanden aber nur selten eine Lücke. Jerome Boateng, Toni Kroos und Sami Khedira versuchten es vergeblich aus der Distanz. Ein weiteres Tor gelang Löws Mannschaft nicht mehr. Richtig warm ums Herz wurde es den deutschen Zuschauer trotzdem noch einmal: als die Nordiren sieben Minuten vor dem Ende anfingen, „Will Grigg’s on fire“ zu singen – und bis zum Schlusspfiff nicht mehr aufhörten.

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