Sport : WM-Übertragungsrechte: Beckenbauer gibt Entwarnung

Im Streit um die Übertragungsrechte für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland wäre es für Franz Beckenbauer "keine Katastrophe", wenn die Spiele nicht in ARD und ZDF übertragen würden. Der Vize-Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München sagte am Freitag in Saarbrücken bei einem Treffen mit der saarländischen Innenministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), es läge an den beiden öffentlich-rechtlichen Anstalten, bei den Angeboten mitzuhalten. Die Fußball-WM 2006 werde aber auf jeden Fall zu sehen sein, wenn auch vielleicht mit "ein bisserl mehr Werbung" im privaten Fernsehen.

Für das Endrundenturnier 2006 im eigenen Land soll die Auswahl der Stadien kurz nach der Weltmeisterschaft 2002 in Korea und Japan erfolgen, wie der Vize-Präsident des Organisationskomitee, Horst R. Schmidt, bestätigte. Noch allerdings steht die genaue Anzahl der Stadien nicht fest. Entweder es werden zehn sein, oder aber doch zwölf. Bisher gelten nur München mit einem neuen Stadion als Austragungsort des WM-Eröffnungsspiels sowie Berlin als Austragungsort für das Weltmeisterschaftsfinale als gesetzt. Beckenbauer, der Chef des Organisationskomitees, bekräftigte, dass Kaiserslautern unbedingt als Weltmeisterschafts-Stadion mit einer Mindestkapazität von 40 000 Sitzplätzen dabei sein wolle. "Die Verantwortlichen in Kaiserslautern sind dabei, das zu schaffen", meinte Beckenbauer. Kramp-Karrenbauer betonte, Kaiserslautern bei der WM 2006 wäre "ein Riesenereignis für die gesamte Region". Die CDU-Politikerin ist derzeit Vorsitzende der Deutschen Länder- Sportministerkonferenz.

Beckenbauer will nun mithelfen, dass auch die Olympischen Spiele 2012 nach Deutschland kommen. Das kündigte der Präsident von Bayern München am Freitag in Saarbrücken an. Für eine Bewerbung haben sich die Region um Leipzig, das Rhein-Ruhr-Gebiet, Stuttgart und Frankfurt am Main ins Gespräch gebracht. Beckenbauer stimmte mit Kramp-Karrenbauer überein, dass neue sportliche Großereignisse in Deutschland eine bessere Identifikation der Sportler und Bevölkerung den Nationalteams und einen Schub für die bessere Nachwuchsförderung bringen könnten.

Beckenbauer unterstrich im Gespräch mit Journalisten auch seine Auffassung, dass es ein Bundessportministerium in Deutschland geben solle. "Das stünde dem Sport gut an und würde seiner großen Bedeutung gerecht", sagte er. Namen von in Frage kommenden Kandidaten für das Amt des Sportministers wollte Beckenbauer allerdings nicht nennen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben