Wofür stehen die Eisbären? : Rekordmeister sucht Strategie

Momentan ist nicht klar, wofür die Eisbären stehen. Am Kader ist nicht zu erkennen, wo sie mit der Mannschaft hinwollen. Zur Meisterschaft hat sich in der Liga noch kein Klub gespart. Ein Kommentar.

Claus Vetter
In Schieflage. Eisbär Kyle Wilson (in weiß) beim Spiel in München.
In Schieflage. Eisbär Kyle Wilson (in weiß) beim Spiel in München.Foto: Imgao

Hertha BSC erreicht die Champions League, der 1. FC Union steigt in die Bundesliga auf, die Handballer der Füchse holen mal wieder ihren Weltpokal, die BRV Volleys schmettern sich von Titel zu Titel und Alba wirft sich in den Basketball-Play-offs mindestens bis ins Halbfinale. 2017 wird das Jahr für fünf Berliner Profiklubs, die sich ja immer so gerne als die sechs Berliner Profiklubs bezeichnen. Richtig, da ist ein Fehler: Nummer sechs hinkt nämlich leblos hinterher. Dabei waren die Eisbären mit sieben Meistertiteln ein Jahrzehnt lang der erfolgreichste Berliner Klub. Doch inzwischen wurden viele Fehler gemacht. Resultat ist, dass die Berliner dreieinhalb Jahre nach ihrem siebten Titel in der Eishockey–Liga inzwischen so viel Respekt entgegen gebracht wird, wie den Iserlohn Roosters. Aber dieses Mittelmaß kommt nicht an in Berlin. Mit Recht, die vielen Zuschauer der Eisbären haben mehr verdient. Berlin hat mehr verdient. Wo ist die Strategie des Managements?
Bis zu dieser Saison waren die Berliner Zuschauerkrösus der Liga, doch auch das ist kein Selbstläufer mehr. Neben dem Erfolg fehlt den immer öfter pfeifenden Fans eine Mannschaft, die sich für den Erfolg reinhängt, so, wie es Trainer Uwe Krupp fordert.
Momentan ist nicht klar, wofür die Eisbären stehen. Am Kader ist nicht zu erkennen, wo die Berliner mit der Mannschaft hinwollen. Zur Meisterschaft hat sich in der Liga noch kein Klub gespart. Eine Strategie des Managements muss schleunigst zu erkennen sein, ansonsten werden die Eisbären am Erfolg gemessen für lange Zeit das Schlusslicht unter den sechs Berliner Profiklubs sein.

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