Wolfsburg - Bremen 1:1 : Keine Pfiffe für den Flüchtigen

Dem SV Werder Bremen gelingt es, auf den Verlust von Manager Klaus Allofs ein gute Antwort zu finden. Gegen die formstarken Wolfsburger gehen die Hanseaten zunächst sogar in Führung, müssen sich am Ende aber mit einem Punkt begnügen.

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Im Fokus: Wolfsburgs neuer Manager Klaus Allofs vor dem Wiedersehen mit seinem langjährigen Arbeitgeber Werder Bremen.
Im Fokus: Wolfsburgs neuer Manager Klaus Allofs vor dem Wiedersehen mit seinem langjährigen Arbeitgeber Werder Bremen.Foto: dpa

In ihren Sprechchören klang ein ordentliches Stück Schadenfreude mit. „Thomas Schaaf, Du bist der beste Mann“, sangen die Fans von Werder Bremen in Anspielung an den Cheftrainer, der ihnen die Treue hält. „Die Nummer 1 im Norden sind wir“, war ebenfalls aus der Werder-Fankurve zu hören. Nicht nur dem Bremer Anhang, sondern auch den Werder-Profis gelang es, auf den Verlust von Manager Klaus Allofs eine gute Antwort zu finden. Ein Tor von Marko Arnautovic in der 35. Minute machte ein verdientes 1:1 (1:0) beim VfL Wolfsburg möglich und verdarb einen bundesweit bestaunten Einstand. Denn das zweite Spiel, das Allofs als neuer Geschäftsführer in Wolfsburg miterleben durfte, war durch seinen plötzlichen Abschied aus Bremen mit einem Beigeschmack verbunden. Der Niederländer Bas Dost sorgte mit seinem Treffer in der 64. Minute auf Vorlage von Vieirinha für den Ausgleich und bewahrte Allofs vor einer Pleite gegen seinen langjährigen Arbeitgeber.

Das Wiedersehen der beiden lange Zeit so erfolgreichen Partner, aus denen der Wechsel von Allofs zum VfL Wolfsburg Rivalen gemacht hat, ließ die Partie zur kuriosesten Begegnung des 13. Spieltages aufsteigen. „Es ist immer noch ganz viel Werder in mir“, sagte Allofs, dessen Heimpremiere in Wolfsburg bis ins letzte Detail beleuchtet wurde, kurz vor dem Anpfiff. Nach 13 Jahren an der Seite von Schaaf gelang es Allofs in seiner neuen Rolle erstaunlich cool und gelassen, dem großen Trubel um seine Person zu begegnen. Während Schaaf in aller Ruhe seinen Sitzplatz an der Seitenlinie einnehmen konnte, war der Wolfsburger Geschäftsführer auf seinem Weg zur Auswechselbank von einem Fotografen-Pulk umlagert worden. Was Allofs erspart blieb, waren Pfiffe der Werder-Fans, die angesichts seines fahnenfluchtartigen Wechsels vom Hanseatischen ins Niedersächsische mitten in der Saison durchaus erwartet worden waren.

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Allofs dürfte aus dem Samstagnachmittag mitnehmen, dass es für ihn beim VfL Wolfsburg durchaus eine Menge zu tun gibt. Die Partie gegen Werder war mit 29 723 Zuschauern nicht ausverkauft. Und die Stimmung in der VfL-Fankurve hielt sich in Grenzen, weil die Mannschaft von Interimstrainer Lorenz-Günther Köstner einen eher schwachen Auftritt zeigte. Bis auf einen Kopfball von Dost, der in der 34. Minute den Pfosten traf, brachten die VfL-Profis lange Zeit nichts zustande. Die reifere Spielanlage zeigte Werder Bremen. Beim Führungstreffer in der 35. Minute profitierte der Gast davon, dass Eljero Elia den Wolfsburger Brasilianer Fagner genarrt hatte. Ein schönes Dribbling und einen klugen Rückpass später stand es 0:1. Österreichs Nationalspieler Arnautovic hatte wenig Mühe, den Gast in Führung zu schießen. Erst nach einem Platzverweis für den Bremer Lukas Schmitz wegen wiederholten Foulspiels kam Werder nach einer Stunde in Not und kassierte noch den Ausgleich.

Auch für Köstner kam das erste Remis, seitdem er die Mannschaft von Felix Magath übernommen hat, einem Dämpfer gleich. „Alle Personalentscheidungen sind erst einmal kein Thema“, erklärte Allofs mit Blick auf die Frage, ob Köstner bis zur Winterpause oder sogar länger den Interimstrainer beim VfL geben darf.

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