Wolfsburg - Schalke 4:3 : Grafite macht den Unterschied

Der Brasilianer erzielt beim kuriosen 4:3 des VfL Wolfsburg gegen den FC Schalke 04 drei Tore.

Jörg Strohschein[Wolfsburg]
Grafite
Wolfsburgs Grafite jubelt nach seinem Treffer zum 3:1. -Foto: ddp

Drei Minuten vor Ende wollte Felix Magath einen Dank loswerden. Der Trainer des VfL Wolfsburg wechselte Yoshito Okubo ein und nahm Grafite aus der Partie. Der Brasilianer hatte mit seinen drei Toren nicht nur dafür gesorgt, dass die Niedersachsen Schalke 04 verdient mit 4:3 besiegten. Grafite sorgte zudem dafür, dass sie in der Autostadt weiterhin Titelträume hegen. Die 30 000 Zuschauer dankten Grafite den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz mit stehenden Ovationen. „Die Chancenverwertung der Wolfsburger Stürmer war heute super“, musste Schalkes Trainer Fred Rutten zugeben.

In den ersten Minuten zeigten die Schalker in Wolfsburg überraschend viel Selbstbewusstsein. Die Turbulenzen um die Entlassung von Manager Andreas Müller schienen die Schalker eher noch zu beflügeln. In den ersten 20 Minuten erzielten die Westfalen durch Heiko Westermann nicht nur schon nach neun Minuten die Führung, sie kombinierten auch flüssig wie lange nicht mehr und wirkten dabei sogar zielstrebig.

Allerdings war die neue Schalker Leichtigkeit nur von kurzer Dauer. Gegen die plötzlich und völlig überraschend nachlassenden Westfalen hatten es die Gastgeber leicht, dass Spiel an sich zu reißen. Wolfsburg erhöhte lediglich ein wenig Tempo und Engagement. Das – und die absurde Mithilfe der Schalker Defensive – reichte aus, um die Partie bereits in der ersten Hälfte zu drehen. Erst brachte Innenverteidiger Mladen Krstajic völlig unmotiviert Angreifer Grafite im eigenen Strafraum zu Fall. Der Brasilianer traf selbst per Elfmeter zum 1:1. Mathias Schober, der für den kurzfristig an einem Magen-Darm-Virus erkrankten Manuel Neuer im Tor stand, lenkte den Ball zwar noch an den Pfosten, doch von dort trudelte dieser ins Tor.

Im Anschluss hatte vor allem Edin Dzeko mehrfach den Führungstreffer auf dem Fuß. Nur wenige Sekunden vor der Pause erzielte der Bosnier die mittlerweile hochverdiente Führung für den VfL. Grafite hatte mit dem völlig überforderten Lewan Kobiaschwili und Mladen Krstajic gleich zwei Gegenspieler problemlos ausgespielt, seine Flanke erreichte Dzeko, der völlig unbedrängt verwandeln konnte.

Diese Auflösungserscheinungen in den Schalker Abwehrreihen setzten sich auch in der zweiten Hälfte fort. Angetrieben durch den einfallsreichen Zvjezdan Misimovic brachte das Sturmduo Grafite und Dzeko seine Gegenspieler fast im Minutentakt in größte Bedrängnis. Einzig einige Sorglosigkeiten im Abschluss sowie die Paraden von Schober dürften Felix Magath die Sorgenfalten am gestrigen Abend ins Gesicht getrieben haben. Wer allerdings solche Angreifer in seinen Reihen hat, braucht sich eigentlich keine Sorgen zu machen. Eine Viertelstunde vor Schluss narrte Grafite erneut Krstajic und verwandelte ebenso souverän wie verdient. Ein wenig Hoffnung hatten die Schalker dann noch, als nur eine Minute später Jermaine Jones die offenbar unkonzentrierten Wolfsburger mit seinem Anschlusstreffer zum 2:3 überraschte. Doch letztlich brachten die Gastgeber die Partie über die Zeit, auch weil Grafite sechs Minuten vor Schluss auf 4:2 erhöhte. Kuranyi gelang in der Nachspielzeit zu spät der dritte Schalker Treffer.

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