Sport : Zabel: Kampf gegen Doping statt Olympia

Berlin - Radrennsportler Erik Zabel verzichtet 2008 auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen, „um die deutsche Olympiamannschaft nicht mit seiner Dopingvergangenheit zu belasten“. Dies teilte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Dienstag mit. Eine Teilnahme des Sprinters vom italienischen Team Milram bei der Rad-WM im September in Stuttgart sei allerdings nicht ausgeschlossen. Zabel hatte gemeinsam mit seinem früheren Team-Telekom-Kollegen Rolf Aldag Dopingmissbrauch gestanden. Nun wollen sich die beiden aktiv an der Anti-Doping-Arbeit beteiligen und deshalb mit dem DOSB zusammenarbeiten. „Mit den zwischen uns verabredeten Maßnahmen machen sie deutlich, dass sie die Schwere ihrer Taten erkennen und nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, sagte DOSB-Präsident Thomas Bach. „Beide zeigen tätige Reue und engagieren sich künftig aktiv im Kampf gegen Doping.“

Zabel und Aldag, heute Sportlicher Leiter des Telekom-Nachfolgeteams T-Mobile, wollen in diesem Rahmen ihr Wissen über Doping ermittelnden Staatsanwälten weitergeben. Zudem will Zabel zusammen mit dem früheren Zehnkampf-Olympiazweiten Frank Busemann an Eliteschulen des Sports und an Olympiastützpunkten Talente über Doping aufklären. Busemann ist der Anti-Doping-Vertrauensmann des DOSB. Sowohl Aldag als auch Zabel wollten Anti-Doping-Projekte „punktuell“ mitfinanzieren, hieß es.

Während DOSB-Präsident Bach und Generalsekretär Vesper die Pläne von Zabel und Aldag ausdrücklich begrüßen, äußerte beispielsweise Gert Hillringhaus starke Bedenken. Er empfinde diese Ankündigung als „erschütternd“, sagte der Cheftrainer des Radsportteams Lübeck und einer der engagiertesten deutschen Anti-Doping-Kämpfer dem Tagesspiegel. Besonders dass der DOSB damit von seinem präventiven Konzept abrücke, sei „wie ein Stich in den Rücken“. Er finde es gut, dass Zabel und Aldag ihr Gewissen erleichtert haben. „Aber müssen die beiden gleich als Zugpferde für einen neuen Radsport vermarktet werden?“ fmb

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