Sport : Zanardi macht den Schumacher

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Er sei der Michael Schumacher der Paralympics, hat Alessandro Zanardi immer gesagt. Und in der Tat kann man feststellen: Auch der einstige Formel-1-Fahrer, der 2001 auf dem Lausitzring bei einem Unfall beide Beine verlor, kann nicht aufhören. Dort, wo er einst als Nichtbehinderter Rennwagen steuerte, holte er zuletzt als Paralympionike im Handbike zweimal Gold: auf der Rennpiste in Brands Hatch bei Kent. Seine Ankündigung nach dem Sieg, nun sei er mit den Paralympics durch und werde wieder in den Motorsport zurückkehren, macht der 45-Jährige jetzt tatsächlich wahr: Der Italiener ist bei BMW als Fahrer für die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft im Gespräch. Zanardi hatte zuvor schon in einem umgebauten BMW 320 bei der Tourenwagen-WM mit der Hand Gas gegeben und mit der Prothese des rechten Beines gebremst.

Damit ist Zanardi ein gutes Beispiel für Inklusion im Leistungssport. Auch die paralympischen Athleten Oscar Pistorius, Natalie du Toit und Natalia Partyka starteten bei Olympia, und infolge des gestiegenen Niveaus werden sich künftig noch mehr Behindertensportler mit Nichtbehinderten messen wollen. Auf Zanardis Promifaktor waren bei den Spielen indes klassische Paralympioniken neidisch, die sich seit Jahren für wenig Ruhm im wahrsten Sinne des Wortes abstrampeln. Zanardi kam, sah, siegte – und gab wieder Gas. Die paralympische Bewegung lässt er rasant im Rückspiegel hinter sich.

Es ist Zanardi trotzdem zu wünschen, dass ihm sein erneutes Durchstarten besser gelingt als Michael Schumacher.

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