Sport : Zeit zum Nachdenken

Christian Hönicke

über Ralf Schumachers Wochenende Ralf Schumacher hat sich in letzter Zeit häufig mit seinem Bruder beschäftigt. Nach einer unsanften Begegnung auf der Strecke von Monaco beklagte er: „Michael schaltet sein Gehirn manchmal nicht ein.“ Unlängst mutmaßte er, dass der Weltmeister nicht mehr lange fahren werde, weil er ohne Siege keinen Spaß mehr hätte. So viel Aufmerksamkeit war Michael Schumacher dann doch ein wenig zu viel. „Ehrlich gesagt, glaube ich, dass Ralf genug andere Dinge hat, über die er nachdenken sollte“, antwortete er. Dazu hat Ralf Schumacher nun mindestens ein ganzes Wochenende Zeit. Nach seinem Unfall im Training verbot ihm der Rennarzt den Start beim Großen Preis der USA. Das Risiko sei zu groß, habe ihm der Arzt erklärt, sagte Schumacher. Vor einem Jahr war er in die gleiche Mauer der Steilkurve von Indianapolis gerast und hatte sich zwei Brustwirbel gebrochen und eine Gehirnerschütterung zugezogen. Es war seine zweite schwere Gehirnerschütterung, bei einer weiteren, so erfuhr er damals, müsse er mit bleibenden Schäden rechnen. Ralf Schumacher stieg trotzdem wieder ins Auto.

In dieser Saison hat Ralf Schumacher – teils unverschuldet wie in Indianapolis, teils aufgrund seiner unvermindert risikoreichen Fahrweise – bereits mehrere Totalschäden hinter sich, zwei allein beim Rennen in Monaco. Nach dem Crash vom Freitag ist es angebracht, dass er auf den Rat seines Bruders hört und sich einmal intensiv mit sich selbst und vor allem mit dem Zustand seines Körpers beschäftigt. Sonst könnte es nämlich sein, dass der erste Schumacher, der seinen Rücktritt verkünden muss, nicht Michael heißt.

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