Sport : Zittern in der Fremde

Handballer der Füchse Berlin sind zu Hause stärker

Hartmut Moheit

Berlin - Es bedarf keiner prophetischen Begabung, für den heutigen Abend den zwölften Sieg im zwölften Spiel für die Füchse Berlin vorauszusagen. Schließlich treffen die Zweitliga-Handballer ab 20 Uhr in der Max-Schmeling-Halle auf den OHV Aurich. Anders sähe es aus, müsste der Aufstiegsfavorit auswärts antreten. Was Füchse-Manager Bob Hanning erklärt: „In fremder Halle schaffen wir es unter Stress nicht, die vorgegebene Spieltaktik umzusetzen.“ Er spricht auch davon, dass sich sein Team in der Entwicklungsphase befinde. Als Erfolg zu diesem Saisonzeitpunkt, mit noch sechs Spielen in der ersten Halbserie, wertet er deshalb den Sieben-Punkte-Abstand des Tabellenführers auf einen Nicht-Relegationsplatz. Er fordert von Trainer Jörn-Uwe Lommel „mit dem vorhandenen Personal die bisherige Erfolgsserie fortzusetzen“.

Dass jedoch die knappen Auswärtssiege gegen Emsdetten, Dessau und Potsdam, bei denen die Füchse bis in die Schlusssekunden zittern mussten, mit dem gesamten Rückraum in Verbindung zu bringen sind, möchte Bob Hanning so deutlich nicht ausdrücken. Er gibt aber zu: „Natürlich haben wir da Probleme, und wir überlegen, ob eine Verstärkung bis zum Saisonende notwendig ist.“ Besonders problematisch ist die rechte Seite, wo der Linkshänder Mindaugas Veta ein ums andere Mal enttäuscht hat. Weil Veta sich viel zu viele technische Fehler leistet und kaum torgefährlich in Erscheinung tritt, wurde meist Pavel Prokopec für ihn von der angestammten linken Seite nach rechts beordert. „Aber er fühlt sich da nicht wohl“, sagt Jörn-Uwe Lommel, dem diese Situation absolut nicht behagt.

Auf psychologische Tricks will der Trainer aber trotzdem verzichten. „Da gibt es nur eines“, sagt er, „weiter hart trainieren“. Und für die Zukunft eine bessere Spielerauswahl auf dieser zentralen Position im rechten Rückraum treffen. Erschwerend kommt hinzu, dass Kapitän und Regisseur Daniel Brack sowie Frank Schumann im linken Rückraum derzeit ebenfalls auf mittlerem Niveau stagnieren. So gewinnen die Füchse vor allem durch den erstklassigen Torhüter Petr Stochl, die Außen Konrad Wilczyski und Markus Richwien sowie Kreisspieler Andrius Stelmokas. Auf Dauer könnte das zu wenig sein. Nur gut, dass die entscheidenden Auswärtsspiele gegen die Mitaufstiegsanwärter Ahlen und Stralsund in der zweiten Halbserie stattfinden werden.

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