Sport : Zu Gast bei Michael Preetz

Ein Wegweiser durch die Städte der Fußball-WM

Robert Ide

Die Stiftung Warentest sollte mal in dieses Buch schauen. Dann wüsste sie folgendes: „Das Berliner Olympiastadion ist die gelungene Symbiose aus einer alten, denkmalgeschützten Sportarena und modernster Facility, Infrastruktur und Ausstattung.“ Doch für kritische Tester ist der „Fußball-Guide 2006“ nicht gemacht, schon eher für Unterhaltung und schnelle Information suchende Besucher der Fußball-WM. In der kompakten Ausgabe werden die zwölf Städte vorgestellt, in denen ab dem 9. Juni der Ball rollt.

Einstige Fußballer wie Michael Preetz, Michael Rummenigge oder Stefan Kuntz stellen als Paten ihren Namen zur Verfügung und präsentieren Geschichte und Kultur der Städte – manche von ihnen sind offizielle WM-Botschafter. Die Texte sind mit bunten Bildern illustriert – meist von den Tourismuszentralen der Städte. Einen kritischen WM-Begleiter kann da niemand erwarten. Hilfreich sind dagegen die Ausgehtipps, die Gäste an Berliner Currywurstbuden oder in Auerbachs Keller in Leipzig zu locken. Der Weg dorthin ist allerdings von manch sprachlicher Plattheit gepflastert. Zitat Lothar Matthäus: „Nürnberg – das ist für mich Lebkuchen, Christkindlmarkt und natürlich Fußball.“ Wer hätte das gedacht? Zum Schluss noch ein Rat aus Berlin von Michael Preetz: „Fußballfans sollten sich unbedingt eine Dauerkarte von Hertha BSC sichern, damit sie künftig kein Spiel mehr verpassen.“ Dieser Tipp ist in diesen Tagen fast schon ein Fall für die Stiftung Warentest.

— Klaus Siebenhaar/ Michael Zehden (Hg): Fußball-Guide 2006. 160 Seiten. Pastis Verlag, Berlin 2006. 9,80 Euro.

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