Sport : Zu schlecht gespielt

Nigerias Staatspräsident löst Fußballverband auf

Das traurige Abschneiden Nigerias bei der WM ist zu einer Staatsaffäre geworden: Präsident Goodluck Jonathan hat den Fußball-Verband des westafrikanischen Landes (NFF) überraschend aufgelöst und die Nationalmannschaft für zwei Jahre von allen internationalen Wettbewerben zurückgezogen. Grund dafür sei die schlechte Leistung bei der WM in Südafrika, sagte sein Sprecher vor Journalisten in Abuja. Der Fußball im Land des Olympiasiegers von 1996 soll nun von Grund auf neu organisiert werden.

Der Weltverband Fifa stellte klar, dass sich seine Position im Hinblick auf die Einmischung der Politik in Fußball-Belange nicht geändert hat. Die Fifa hatte aus diesem Grund mehrfach nationale Verbände vorübergehend ausgeschlossen.

Die nigerianische Zeitung „Vanguard“ berichtete, Jonathan habe sich bei einem Treffen mit Sportminister Ibrahim Bio enttäuscht über die WM-Leistung gezeigt. Bio hatte das NFF-Präsidium zu einem Gespräch ins Sportministerium beordert. Zum schlechten Abschneiden ist auch eine Anhörung im Parlament geplant, schrieb „The Sun“.

Erst im Februar wurde Trainer Shaibu Amodu gefeuert und Lars Lagerbäck angeheuert: So hatte der Schwede nur vier Monate Zeit für die WM-Vorbereitung. Dennoch versprach ein Geschäftsmann dem nigerianischen Team ein Million Dollar für einen Sieg im ersten WM-Spiel gegen Argentinien. Präsident Jonathan hatte dies den Spielern persönlich in ihrem Hotel in Johannesburg mitgeteilt. Zusätzliches Geld hatte Nigerias Senats-Präsident David Mark ausgelobt. Er wollte für jeden Sieg weitere 100 000 Dollar für die Mannschaftskasse spendieren.

Der ehemalige nigerianische Nationalspieler Ike Shorunmu hatte für einen Neuanfang plädiert. „Nigeria hat das Potential für ein ebenso starkes Team wie 1994, als Nigeria den Afrikapokal gewann“, sagte er. Nigeria hatte in den vergangenen 15 Jahren stets zu den führenden Teams Afrikas gehört. Ausgerechnet bei der WM in Afrika bot das Land nun eine mehr als dürftige Vorstellung. Nach Niederlagen gegen Argentinien (0:1) und Griechenland (1:2) sowie einem Remis gegen Südkorea (2:2) war das Turnier beendet. dpa

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