Sport : Zu unentschieden

Werder Bremen verpasst durch ein 1:1 gegen Inter Mailand die vorzeitige Qualifikation fürs Achtelfinale

Steffen Hudemann[Bremen]

Wettbüros, die immer noch Wetten auf ein Unentschieden von Inter Mailand annehmen, verhalten sich in hohem Maße geschäftsschädigend. Die Italiener haben in der Serie A in zehn von zwölf Begegnungen unentschieden gespielt, zuletzt gar sechsmal hintereinander. Auch in der Champions League endete Inters letztes Spiel unentschieden. Gestern, gegen Werder Bremen, kam ein weiteres hinzu. Am Ende hieß es 1:1. Das reichte den Bremern nicht, um sich vorzeitig fürs Achtelfinale der Champions League zu qualifizieren, weil Valencia in Anderlecht 2:1 gewann. Nun kommt es in zwei Wochen in Valencia zu einer Art Sechzehntelfinale. Eine knappe Niederlage könnte Werder reichen oder – ein Unentschieden.

Die Bremer hatten im Europapokal noch nie ein Heimspiel gegen eine italienische Mannschaft verloren. Gegen Inter taten sie alles, um die Serie fortzusetzen. Der Deutsche Meister hatte schon in der dritten Minute eine gute Chance. Nach einer Flanke von Ivan Klasnic setzte Miroslav Klose den Ball knapp neben den linken Pfosten. Der Nationalstürmer hatte auch die nächste gute Gelegenheit, als sein Kopfball neben das Tor ging (22.). Beim schönsten Spielzug der Bremer legte Klose eine Flanke von Johan Micoud mit der Brust auf Ivan Klasnic ab. Dessen Schuss aber landete genau in den Armen von Torhüter Toldo.

Inter tat vor 36 728 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion zunächst wenig für die Offensive. Die Italiener waren bereits für das Achtelfinale qualifiziert. Trainer Roberto Mancini verzichtete daher auf mehrere Stammkräfte, zumal seiner Mannschaft am Wochenende in der Serie A wieder ein schweres Spiel gegen Juventus Turin bevorsteht. „Wir hatten das Spiel ziemlich unter Kontrolle“, sagte Bremens Manager Klaus Allofs. In der Nachspielzeit bekam Inter die erste Ecke.

Doch Werder ließ sich von der Spielweise der Italiener zunehmend einlullen, kam bis zur Pause zu keinen weiteren klaren Offensivaktionen mehr. Dafür wurde es vor dem eigenen Tor erstmals gefährlich, als Cambiasso mit einem Weitschuss aus 22 Metern nur knapp das Ziel verfehlte. In der 44. Minute verstolperte Julio Cruz nach einer Flanke von Andy van der Meyde die Führung für Inter.

Bremens Trainer Thomas Schaaf brachte zur zweiten Halbzeit seinen Edeljoker Nelson Valdez für Ivan Klasnic. Der Paraguayer war zumindest mittelbar an der Bremer Führung kurz nach der Pause beteiligt. Er holte den Eckball heraus, in dessen Folge Schiedsrichter Veissière nach einer unübersichtlichen Situation im Mailänder Strafraum auf Elfmeter für Werder entschied. Cruz soll Ludovic Magnin gefoult haben. Valerien Ismael verwandelte zum 1:0.

Doch Inter reagierte schnell. Nur sechs Minuten später erzielte der eingewechselte Nigerianer Obafemi Martins mit einem Abstauber den Ausgleich. Stankovic hatte mit einem Heber das Lattenkreuz getroffen. Den Abpraller köpfte Martins zum 1:1 über die Linie. Werder bemühte sich, hatte noch gute Chancen durch Klose und Micoud, der wichtige Siegtreffer aber fiel nicht mehr.

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