Sport : Zukunftsplanungen in der Deutschen Eishockey-Liga

In den Play-offs streiten die Klubs derzeit um den deutschen Eishockey-Titel 2000 - vielleicht zum letzten Mal. Denn für Liga-Geschäftsführer Bernd Schäfer III ist der aktuelle Modus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nicht haltbar. "Ich höre in meinen Gesprächen mit dem Fernsehen immer: Ihr macht 56 Spiele in der Hauptrunde, am Schluss habt ihr eins bis acht sortiert und traut euch noch nicht mal zu sagen: Der Letzte steigt ab. Das ist nicht sehr überzeugend", sagt der Kölner Rechtsanwalt.

Schäfer fordert deshalb mit Blick auf bessere Vermarktungsmöglichkeiten und einen neuen TV-Vertrag eine Aufwertung der Hauptrunde: "Hätte man da einen klaren Abschluss, wäre es für die Leute ganz einfach: Wer am Ende oben steht, ist Deutscher Meister. In den Play-offs muss es dann eben um etwas Besonderes gehen." Denkbar sei, den vor 20 Jahren eingeführten K.-o.-Modus zum Saisonende als gesonderten Pokalwettbewerb auszuspielen, möglicherweise mit internationaler Beteiligung.

Gespräche mit der Schweiz, Frankreich, Italien und Österreich habe es bereits vor längerer Zeit gegeben. "Über kurz oder lang können wir nicht unter uns bleiben, sondern müssen die anderen dazu nehmen. Nur der Weg zur Internationalisierung wertet das Event weiter auf", sagt Schäfer. Zwar glaubt der DEL-Geschäftsführer, dass alle Klubs die bislang sportlich weitgehend unbedeutende Hauptrunde aufwerten wollen, rechnet aber mit hitzigen Diskussionen: "Da streiten sich die Traditionalisten mit den Erneuerern."

Und wie die Verantwortlichen der DEL-Klubs sich beharken, bewiesen zuletzt die öffentlichen Angriffe von "Oppositionsführer" Wilfrid Fabel aus Krefeld gegen Schäfer und die handfeste Auseinandersetzung zwischen Frankfurts Klubchef Gerd Schröder und dessen Oberhausener Kollegen Günter Engel bei der vergangenen Gesellschafterversammlung. "Der Sauhaufen hat sich schon gebessert in drei Jahren. Aber ihn zu einem Kreis von braven Konfirmanden zu machen, dauert eben ein bisschen. Es hängt alles vom neuen Fernsehvertrag ab und davon, wieviel die Klubs kriegen", meint Schäfer. "Es ist wie in einer Schulklasse: Es gibt Leute, die mehr im Kopf haben, und Leute, die weniger im Kopf haben."

Den Kreis der DEL-Klubs möchte Schäfer in Zukunft erweitern - in zwei Ligen: "Die Schweiz macht es uns vor." Nach DEL-Vorbild gründeten die Eidgenossen im Januar die "Nationalliga GmbH", in der die Erst- und Zweitliga-Klubs als Kapitalgesellschaften organisiert sind. Als Mitglied des Schweizer Verbandes, der keine eigene Profiliga mehr hat. "Da gibt es keine Probleme mit dem Auf- und Abstieg, eine GmbH kann problemlos in der zweiten Liga spielen, ohne dass der Verband seine Gemeinnützigkeit verliert", sagt Schäfer. "Und die Klubs, die langfristig in die DEL wollen, können in einer solchen zweiten Liga herangeführt werden."

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