Sport : Zurück in der Realität

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Helmut Schümann über

Christoph Daum und Austria Wien

Wien ist nun wirklich schöner als das Donezk-Becken in der Ukraine. Man kann Christoph Daum nur beglückwünschen zur Wahl seines neuen Arbeitsplatzes. Daum, der Trainer, ist zurück in der Fußballwelt. Dass er zurück ist, lässt vermuten, dass auch Daum, der Mensch, langsam wieder zurückfindet in die Normalität. Dass er dort nicht immer Platz hatte, dafür gab es einige Hinweise in der jüngsten Vergangenheit. Kaum hatte Daum seinen Prozess erfolgreich überstanden, stand er, respektive seine Vertreter, schon wieder im Gerichtssaal. Sie verhandelten und verhandeln noch in Sachen Bundestrainer-Vertrag, einem Vertragswerk, das noch aus Zeiten stammte, in denen Daum mindestens unter Größenwahn gelitten haben muss. Der schien noch etwas reinzuragen in die Phase, in der sich Daum als geläutert, als besonnen darzustellen versuchte.

Das war die Phase, als Sturm Graz das erste Mal nachfragte, ob er nicht die Mannschaft trainieren wolle. Oder La Coruna, jenes Team, das soeben dem FC Bayern München den Garaus gemacht hat. Aber das war eben auch die Phase, in der Daum wohl glaubte, in einer Position zu sein, die ihm Besseres, Schöneres bringen sollte. Wahrscheinlich hat er an Real gedacht oder an Manchester United. Daum lehnte seinerzeit Graz ab und La Coruna auch.

Austria Wien ist nun seine Realität, nicht die erste Adresse im internationalen Geschehen, aber auch nicht so popelig, dass eine Arbeit dort als ehrenrührig zu gelten hätte. Der passende Ort für einen Neubeginn. Besseres, Schöneres kann später folgen.

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