Sport : Zurück in die Zukunft

Zweitligist Union kümmert sich nach dem Klassenerhalt um seine Personalien

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Lass dich umarmen. Unions Michael Bemben (l.) und Dominic Peitz feiern Torschütze Björn Brunnemann. Foto: dpa
Lass dich umarmen. Unions Michael Bemben (l.) und Dominic Peitz feiern Torschütze Björn Brunnemann. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Als alle anderen schon feierten, fand Kenan Sahin noch einen Grund zum Meckern. „Wenn der Yusuf keinen neuen Vertrag kriegt, dann weiß ich auch nicht“, polterte der Angreifer des 1. FC Union mitten in die Köpenicker Klassenerhalts-Sause hinein. Mit Yusuf ist Hüzeyfe Dogan gemeint. Und der bescherte seiner Mannschaft mit einem Freistoßtor am Sonntagabend einen 3:0-Sieg über Arminia Bielefeld. Dass er in der kommenden Saison vermutlich trotzdem nicht mehr für den Fußball-Zweitligisten auflaufen wird, findet nicht nur sein Teamkollege Sahin reichlich blöd.

Doch jetzt, da Union den Ligaverbleib endgültig klar gemacht und Planungssicherheit hat, ist es an der Zeit, Entscheidung zu treffen und umzusetzen. „Wir werden uns mit ihm zusammensetzen und die Karten auf den Tisch legen“, sagt Trainer Uwe Neuhaus. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Karten für Hüzeyfe Dogan nicht viel Gutes bereithalten. Da der Vertrag des 29 Jahre alten Mittelfeldspielers ausläuft, wird er Berlin-Köpenick nach der Saison wohl ebenso verlassen wie Ersatztorwart Carsten Busch, Daniel Schulz, Michael Bemben und Marco Gebhardt, der parallel zu seinem Spielerdasein bereits einen neuen Karriereweg eingeschlagen hat – er absolviert derzeit einen Trainerlehrgang.

Alles neu beim 1. FC Union? Ganz so wild ist es nicht, schließlich bleibt die große Mehrheit der Profis zusammen, verstärkt durch punktuelle Zugänge. Dass viele unter ihnen aber auch künftig gern einen Hüzeyfe Dogan unter sich wüssten, machten sie am Sonntag deutlich: Nachdem der Deutsch-Türke in der Schlussminute einen hübsch anzuschauenden Freistoß ins Bielefelder Tor gezirkelt hatte, wurde er umgehend und besonders innig von zig Kollegen geherzt. Die kleine Vorführung richtete sich auch an Uwe Neuhaus: Schau her, Trainer, er kann’s doch. Hüzeyfe Dogan ist aber nicht der einzige in der Berliner Mannschaft, der es kann. Und das ist das eigentlich Missliche an seiner Lage.

Im Köpenicker Kader drängen noch einige andere nach vorne, Björn Brunnemann zum Beispiel, der zwei Treffer gegen Arminia Bielefeld erzielte. Er verkörpert so etwas wie der Unioner Gegenentwurf zu Hüzeyfe Dogan. Björn Brunnemann darf die Berliner Zukunft mitgestalten und zwar in verantwortlicher Position, wenn es nach Neuhaus geht. „Er hat in dieser Saison viel Pech gehabt und trotzdem immer wieder viel gearbeitet“, sagt sein Trainer. „Ich kann mir vorstellen, dass er in der nächsten Saison wertvoll für uns wird.“

In der laufenden Spielzeit, die am kommenden Sonntag mit einem Auswärtsspiel bei 1860 München zu Ende gehen wird, hatte den 29-Jährigen eine Verletzung zurückgeworfen. Dumm gelaufen sei das, findet Brunnemann, „aber die Mannschaft hat auch ohne mich gut gespielt.“ Mit ihm lief es allerdings erst richtig gut. Erstmals seit dem 15. Januar spielte er wieder von Beginn an – und wie. Im rechten Mittelfeld lief er solange bis die Wade krampfte und sein Coach ihn in der 70. Minute durch seine Auswechslung erlöste.

Björn Brunnemann reibt sich auf für seinen Klub und dürfte neben Akteuren wie Dominic Peitz, Torhüter Jan Glinker und Mittelfeldstratege Torsten Mattuschka künftig dem neuen Führungskreis des 1. FC Union angehören. „Von mir aus kann es jetzt so weitergehen“, sagt Björn Brunnemann. Zukunftssorgen hören sich anders an.

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