Zusammenfassung : Wieder Gold für Ski-Star Braxenthaler

Whistler taut auf, doch Deutschlands alpine Ski-Stars bleiben bei den Paralympics mächtig in Fahrt. Martin Braxenthaler trotzte allen Witterungs-Problemen, behielt die Nerven und raste am Dienstag auf Maria Rieschs olympischer Erfolgs-Piste „Franz's Run“ mit seinem Mono-Ski zum Sieg im paralympischen Riesenslalom.

2010 Paralympic Games- Day 5
Martin Braxenthaler in Feierlaune.Foto: AFP

Die 17 Jahre alte Debütantin Anna Schaffelhuber fuhr nach Rang vier im Slalom als Siebte allerdings klar an Edelmetall vorbei. Die deutschen Curler, WM-Dritte von 2009, gewannen gegen Italien mit 7:6 und wahrten nach dem dritten Sieg im fünften Spiel ihre Halbfinalchancen.

Kein Tag ohne Medaille - die Serie hielt, die internen Turbulenzen in der Mannschaft des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) nach öffentlicher Schelte und Sabotage-Vorwürfen flauen ab. Frank Höfle, mit 20 Medaillen Deutschlands erfolgreichster Starter bei Winter-Paralympics, distanzierte sich von seiner Kritik an der Förderung des Behindertensports durch Sponsoren.

Die sportlichen Schlagzeilen bestimmte Braxenthaler. Zwei Tage nach Gold im Slalom blieb der Routinier aus Surberg kalt wie eine Hundeschnauze. Am Hang herrschten offiziell 3,7 Grad Celsius, ein paar hundert Zuschauer verloren sich dort, unter ihnen zahlreiche Schulkinder. „Es war wahnsinnig schwierig, ein Feeling aufzubauen. Schon oben raus, an den ersten Toren, gab es viele Schläge“, klagte  Braxenthaler bereits nach Lauf eins. Und: „Es herrschte sehr schlechte Sicht.“

Starker Regen, dichter Nebel und heftiger Wind

Doch einen Tag nach Slalom-Silber für Andrea Rothfuß und Gerd Schönfelder im Stehend-Wettbewerb biss sich „der wilde Hund“ Braxenthaler durch: Der Gesamt-Weltcupsieger ließ bei starkem Regen, dichtem Nebel und am Schluss heftigem Wind keinem den Vortritt und fing den Schweizer Christoph Kunz mit einem Traumlauf noch ab. Die 17 Jahre alte Bayerbacherin Schaffelhuber fiel als Sechste nach dem ersten Lauf bei extrem schlechter Sicht noch um einen Rang zurück. „Sie ist so jung, sie kann noch viel holen in der Zukunft“, sagte der deutsche Chef de Mission Karl Quade.

Die Athletin war trotzdem genervt: „Ich habe bestenfalls ein Tor weit gesehen“, klagte sie über mangelnden Durchblick und etliche andere Probleme. „Ich habe extremes Pech gehabt. Im nächsten Rennen sieht es wieder ganz anders aus. Vielleicht habe ich dann wieder Glück“ - der Neuling blickte nach dem Sieg von Alana Nichols (USA) mutig nach vorn.

Sportlich fast alles okay, hinter den Kulissen indes entwickelte sich über Nacht Handlungsbedarf im DBS, Höfle ruderte zurück und entschuldigte sich. „Ich habe es in dieser Form nicht gesagt und werde größtenteils falsch wiedergegeben, diese negativ wirkende Aussage ist zusammenhangslos“, wehrte sich der 42-Jährige. „Ganz im Gegenteil“ sei er den DBS-Partnern sehr dankbar: „Denn ohne ihre Förderung hätte ich mich nie so intensiv auf die Paralympics vorbereiten können.“

Athletensprecher Höfle war in Medienberichten zitiert worden, er fühle sich „gekauft“, weil er als Mitglied des Top-Teams, das maßgeblich von zwei Groß-Sponsoren finanziert wird, monatlich 1.500 Euro bekomme. Das „gekauft“ wies er energisch von sich und betonte vielmehr, „wie elementar wichtig“ diese Förderung sei. (dpa)

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