Sport : Zweikämpfer auf zwei Rädern

Cortese sieht den Sieg am Sachsenring als Anfang.

Schön in Schieflage. Sandro Cortese will erster Titelträger der neuen Moto-3-WM werden. Foto: dapd
Schön in Schieflage. Sandro Cortese will erster Titelträger der neuen Moto-3-WM werden. Foto: dapdFoto: dapd

Hohenstein-Ernstthal - „Sandro ist jetzt ein Mann“, erklärte KTM-Teamchef Aki Ajo nach dem Erfolg des Schwaben auf dem Sachsenring. Ajo muss es wissen, schließlich fuhr Sandro Cortese vor zwei Jahren schon einmal für ein von ihm geleitetes Team.

Der nur 1,69 Meter große und 61 Kilo schwere Schwabe war sichtlich bewegt nach seinem Sieg am Sonntag, „Es bedeutet natürlich sehr viel, einen Heim-Grand-Prix gewinnen zu dürfen. Die Fans haben mich noch zusätzlich nach vorne gepuscht. Ich konnte ihnen etwas zurückgeben“, sagte Cortese. Nachdem er 2010 trotz vieler Möglichkeiten in 17 Rennen sieglos blieb, trennten sich die Wege des finnischen Teamchefs und seines Sportlers. Dem gebürtigen Ochsenhausener wurde vorgeworfen, nicht energisch genug zu sein. Dies hat sich in dieser Saison geändert, Cortese geht keinem Zweikampf aus dem Weg, zieht nicht zurück und lässt Konkurrenten auch mal auflaufen. Wegen solcher harten Manöver geriet er jedoch in die Kritik, er würde manchmal zu aggressiv agieren. Davon lässt sich Cortese jedoch nicht beeindrucken. „Wenn man Weltmeister werden will, muss man immer alles geben“, sagt der selbstbewusste 22-Jährige, der für sein junges Alter in seiner achten Profisaison aufgrund von 124 Grand-Prix-Starts seit 2005 schon ein hohes Maß an Erfahrung besitzt. Dank dieser Einstellung fährt er nun als WM-Führender ins italienische Mugello, was für den Sohn italienischer Eltern eine besondere Erfahrung sein wird. Besonders dankbar ist der Schwabe seinem Teamchef und Ruhepol Ajo, der es mit seiner finnischen Coolness immer wieder schafft, Corteses Temperament auszugleichen. „Ich sage oft zu ihm: Mach langsamer, bleib ruhig, attackiere erst, wenn es wirklich nötig ist und du dir sicher bist“, erzählt Ajo, der sich selbst als strengen Teamchef charakterisiert. Mit dem großen Ziel vor Augen, erster Titelträger der neu geschaffenen Moto-3-WM zu werden, hört Cortese nun auch auf ihn.

Zusammen mit seinem Kollegen Stefan Bradl möchte er jedoch noch mehr. „Wir wollen den Motorradsport in Deutschland wieder dahin zurückbringen, wo er einmal war und wo er hingehört – ins Interesse der Menschen.“dapd/dpa

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