Zweite Liga : Debakel für St. Pauli, Dämpfer für Bochum

Im Keller wird es enger: Die Aufsteiger Sandhausen und Jahn Regensburg landen wichtige Siege im Abstiegskampf. Bochum und St. Pauli müssen mehr denn je bangen.

St. Pauli am Boden: Sandhausens Frank Löning hat soeben das Tor zum 3:0 erzielt.
St. Pauli am Boden: Sandhausens Frank Löning hat soeben das Tor zum 3:0 erzielt.Foto: dpa

Mit einem Sieg im Berliner Derby kann Hertha BSC erstmals in dieser Saison dorthin springen, wo sich der Etatkrösus am liebsten sieht - auf Platz eins. Knapp 75.000 Anhänger werden am Montag im Duell mit Union für eine Saisonrekordkulisse sorgen, wenn die Hertha-Fans ihr Team im Olympiastadion wie lange ersehnt an die Tabellenspitze der 2. Fußball-Bundesliga brüllen können. „Ein ganz besonderes Spiel“ zum Abschluss des 21. Spieltages, weiß auch Trainer Jos Luhukay. Vor allem dank des Patzers von Eintracht Braunschweig.

Der Langzeit-Tabellenführer musste sich beim 1:1 gegen den VfR Aalen mit einem Punkt begnügen und wird die Zweitliga-Führung erstmals seit dem zweiten Spieltag wieder abgeben müssen, wenn Hertha seinen Stadtkonkurrenten schlägt. Ein später Treffer von Pierre Merkel sicherte den Niedersachsen am Freitag immerhin einen Zähler. „Ein gefühlter Sieg. Moralisch war das unheimlich wichtig, wir können uns alle in die Augen sehen“, befand Trainer Torsten Lieberknecht. Dramatisch ist die Lage sowieso nicht. Der Vorsprung von Braunschweig (48 Zähler) und Hertha (45) auf den ärgsten Verfolger 1. FC Kaiserslautern (38) ist schon groß.

Die Pfälzer, zurzeit zufrieden mit ihrem Relegationsplatz, haben durch das 3:0 gegen Dynamo Dresden ihrerseits auch schon ein Sieben-Zähler-Polster auf den Vierten Energie Cottbus. Klare Verhältnisse also in der Spitzengruppe.
Die Lausitzer mussten sich mit einem torlosen Remis gegen den 1. FC Köln begnügen. „Das Ergebnis hat keinem geholfen“, sagte Trainer Rudi Bommer. Klein beigeben will er noch nicht: „Wir versuchen es. Die 38 Punkte von Kaiserslautern aber sind schon eine gute Zahl.“

Wieder ein paar Plätze nach oben kletterten die aufstiegswilligen Münchner „Löwen“ durch ein 3:1 beim MSV Duisburg. Trainer Alexander Schmidt beurteilte den zweiten Sieg im siebten Spiel unter seiner Ägide als „Belohnung für harte Arbeit“; der Sieg gebe neuen Schub.

Auf ähnlich positive Erlebnisse hofft auch Union im Berliner Derby. Dabei geht es den Köpenickern noch nicht mal in erster Linie darum, dem Lokalkontrahenten eins auszuwischen - im Fokus stehen beim Tabellenfünften die eigenen Ambitionen, in Schlagdistanz zum Relegationsrang zu bleiben. Holt der Außenseiter zumindest ein Remis, würde er Cottbus von Platz vier verdrängen. „Union ist mittendrin und im Aufstiegskampf voll dabei“, befand selbst Hertha-Trainer Luhukay.

Im Abstiegskampf feierte Schlusslicht Jahn Regensburg am Sonntag seinen ersten Sieg seit dem 28. September 2012. Marco Djuricin (47./87. Minute) schoss einen 2:0-Erfolg beim VfL Bochum heraus, der nach der Roten Karte gegen Christoph Dabrowski (33.) lange zu zehnt spielen musste.

Abstiegs-Mitbewerber SV Sandhausen verbesserte sich durch einen 4:1-Erfolg über den FC St. Pauli auf den Relegationsplatz - Frank Löning (3./39.), David Ulm (29./Foulelfmeter) und Juho Mäkelä (49.) trafen, St. Paulis Florian Kringe (74./Foulelfmeter) schaffte den Ehrentreffer. Dadurch rutschte Dynamo Dresden auf Rang 17 ab.

Im dritten Sonntagsspiel schaffte der SC Paderborn einen 3:1-Überraschungssieg beim FC Ingolstadt, der wiederum den Sprung auf Platz vier verpasste. Elias Kachunga (27.), Thomas Bertels (84.) und Alban Meha (87.) trafen für die Ostwestfalen. Ilian Micanski (68.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen. Später flogen die Ingolstädter Caiuby (76./Gelb-Rot) und Stefan Leitl (85./Rot) noch vom Feld. (dpa)

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