Zweite Liga : Union Berlin: Kein Handlungsdruck bei Transfers

Der inzwischen üblichen Betriebsamkeit zum Ende des Transferfensters können die Köpenicker nichts abgewinnen. "Manchmal lässt sich das nicht vermeiden, aber wir versuchen erst gar nicht, in diese Lage zu kommen“, sagt Nico Schäfer, der kaufmännisch-organisatorische Leiter des Klubs.

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Plötzlich wieder mittendrin. Christian Stuff (rechts) rückte nach der Verletzung von Mario Eggimann zurück in die Startformation.
Plötzlich wieder mittendrin. Christian Stuff (rechts) rückte nach der Verletzung von Mario Eggimann zurück in die Startformation.Foto: dpa

Einmal schaute sich Christian Stuff die Szenen doch noch mal an. Ganz in Ruhe, zu Hause vor dem Fernseher. Im Spiel gegen den FC St. Pauli unterlief dem Verteidiger des 1. FC Union nach nicht einmal dreißig Sekunden ein folgenschwerer Fehler, als er sich in der eigenen Hälfte von Fin Bartels den Ball abnehmen ließ. Fünf Minuten später verlor er einen wichtigen Zweikampf und es stand 0:2 aus Berliner Sicht. „Der erste war ein gravierender Fehler, beim zweiten Tor habe ich meine Aktien dran“, sagt Stuff. Zur Überraschung vieler im Stadion durfte er aber bis zum Ende durchspielen – ein Vertrauensbeweis, der dem Abwehrmann gut tat.

Stuff wird wohl auch in den kommenden Wochen das Vertrauen von Trainer Uwe Neuhaus genießen und zusammen mit Fabian Schönheim die Innenverteidigung des Berliner Zweitligisten bilden. So auch am Sonnabend beim Testspiel gegen Slavia Prag (15 Uhr, Hans-Zoschke-Stadion, Lichtenberg). Um nicht aus dem Rhythmus zu geraten, testet der Tabellenzweite der Zweiten Liga gegen den tschechischen Erstligisten, bevor es dann am Sonntag in einer Woche nach Ingolstadt (13.30 Uhr) geht. Da der eigentliche Abwehrchef Mario Eggimann voraussichtlich zwei Monate verletzt ausfällt, ist Stuff im Kader der erste Vertreter. Dahinter wartet Roberto Puncec auf seine Einsatzchance. Der Zukauf eines weiteren Verteidigers stand kurz vor dem Ende der Transferperiode für die Berliner Verantwortlichen nicht zur Debatte. „Unsere Planung war längst abgeschlossen, wir hätten auch nicht reagiert, wenn sich Mario schon früher so schwer verletzt hätte“, sagt Nico Schäfer. Der kaufmännisch-organisatorische Leiter des 1. FC Union datiert das Ende der Personalplanung auf „Mitte der Sommerpause“. „Wir waren in diesem Jahr in der glücklichen Positionen, früh den Idealzustand zu erreichen“, sagt Schäfer. Ausfälle wären bereits mit eingeplant gewesen, der Kader hat laut Schäfer genügend Qualität und Quantität, um Verletzungen oder Sperren ausreichend aufzufangen.

Der inzwischen üblichen Betriebsamkeit zum Ende des Transferfensters kann Schäfer nichts abgewinnen. „Etwas ist nie gut geplant, wenn man so spät reagieren muss. Manchmal lässt sich das nicht vermeiden, aber wir versuchen erst gar nicht, in diese Lage zu kommen.“

Einzig hinter der Personalie Silvio stand lange eine Fragezeichen. Der Angreifer hat bei Trainer Neuhaus einen schweren Stand und sollte abgegeben werden. Allerdings mangelte es an Offerten. „Die Angebote waren weder für uns noch für den Spieler befriedigend“, sagt Schäfer. Da der Verein keinen zwingenden Handlungsdruck in der Angelegenheit verspürte, blieb Silvio. „Er ist ein sehr angenehmer Typ, der dem Mannschaftsklima eher gut tut als das er schadet“, sagt Schäfer. Silvio soll sich nach dem gescheiterten Wechsel nun wieder intensiv im Training anbieten und versuchen, in die Mannschaft zu kommen. Wie schnell das manchmal gehen kann, hat er zuletzt bei seinem Kollegen Christian Stuff gesehen. Sebastian Stier

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