Zweite Liga : Union überrascht – mal wieder

Wichtiger Punkt im Kampf um die Aufstiegsplätze der Zweiten Bundesliga: Dominic Peitz rettet dem 1. FC Union ein 1:1 in Bielefeld.

Matthias Koch

BielefeldDominic Peitz konnte den Ordner nicht überreden. Der Defensivmann des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union Berlin wollte nach dem 1:1 (0:0)-Unentschieden in den Zuschauerbereich klettern, um seine zahlreich erschienene Verwandtschaft zu begrüßen. Doch die bauchhohe Tür öffnete sich nicht für den nur 20 Kilometer von Bielefeld in Geseke aufgewachsenen Ostwestfalen. "Ich würde leider nicht durchgelassen", ärgerte sich Peitz. Dabei war der baumlange Verteidiger wegen seines Treffes zum 1:1 in der 76. Minute so etwas wie der Matchwinner bei den Gästen.

Auch beim 1. FC Union stand der Neuzugang symbolisch gesprochen lange vor einer geschlossenen Tür. Nach dem 0:5-Debakel im DFB-Pokal gegen Werder Bremen zu Saisonbeginn flog Peitz aus der Starterelf. Und bis gestern tauchte Peitz dort nicht mehr auf. Die Partie in Bielefeld war sein erstes Zweitligaspiel für Union.

Eine auf den ersten Blick verrückte Aufstellung von Union-Trainer Uwe Neuhaus hatte Peitz genauso wie Mittelfeldspieler Björn Brunnemann und Angreifer John Jairo Mosquera in die erste Elf gespült. Gegenüber dem 1:1 gegen Energie Cottbus änderte Neuhaus auch sein System komplett um.

Die Berliner liefen wieder mit einer Vierer-Abwehr-Kette, aber mit zwei defensiven Mittelfeldakteuren und nur einen Stürmer auf. Der hieß Mosquera und gab nach sechs Wochen Krankheit und Verletzung ein überraschendes Comeback. Eigentlich sollte der Kolumbianer nach Knieproblemen erst wieder in der Rückrunde zum Einsatz kommen. Für das neue Trio mussten Verteidiger Christian Stuff sowie die beiden Angreifer Kenan Sahin und Shergo Biran auf der Bank Platz nehmen. "Wenn wir wieder mit einer 3-5-2-Taktik gespielt hätte, wäre das wahrscheinlich in die Hose gegangen", begründete Neuhaus seinen Personal- und Systemwechsel. "Ich habe mal wieder alles richtig gemacht."

Vor allem vor der Pause fanden die Bielefelder vor 16.900 Zuschauern kein Mittel gegen die in der Defensive gut stehenden Berliner. Lediglich Pavel Fort kam zu zwei guten Gelegenheiten. Die Unioner, bei denen Björn Brunnemann auf der rechten Seite viel Druck machte, fehlte nach vorn aber ebenfalls die Durchschlagskraft.

Im zweiten Durchgang drückten die Bielefelder gewaltig auf den Führungstreffer. Der gelang ihnen nach einer Standardsituation, als Radim Kucera nach 57 Minuten einen Stellungsfehler von Union-Keeper Jan Glinker ausnutzte. Union profitierte jedoch von der Gelb-Roten Karte für den Arminen Christopher Katongo nach 66 Minuten und kam durch Dominic Peitz zum nicht unverdienten 1:1-Ausgleich.

Die Freude der Berliner trübten jedoch die eigenen Fans. Vor und während der Partie zündeten sie Feuerwerkskörper. In Hälfte zwei musste die Begegnung für mehrere Minuten unterbrochen werden.

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