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Zweites WM-Gruppenspiel : Deutschland unterliegt Finnland knapp

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft schlägt sich auch im zweiten WM-Spiel achtbar, verliert aber in Köln knapp mit 0:1 gegen Finnland - weil sie "nicht geradlinig genug zu Anfang des Spiels" agierte, wie Bundestrainer Uwe Krupp befand.

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Christoph Ullmann (Mitte) versucht gegen die Finnen ein Tor zu erzielen - letztlich ohne Erfolg.
Christoph Ullmann (Mitte) versucht gegen die Finnen ein Tor zu erzielen - letztlich ohne Erfolg.Foto: dpa

Die vielen Finnen in der Kölnarena feierten, womöglich beflügelt von denen für sie niedrigen Getränkepreisen in Deutschland. Derweil ging es beim deutschen Publikum am Ende eines für Weltmeisterschaftsstandards mäßigen Eishockeyspiels weniger lustig zu: Am Freitag hatte die deutsche Nationalmannschaft in der Schalker Arena zum WM-Auftakt eine großartige Vorstellung abgeliefert und im ersten Vorrundenspiel den Favoriten USA geschlagen. Am Montag gab es dann zwar nicht das Gegenstück zur großen Party von Gelsenkirchen, aber schließlich keinen weiteren Sieg zu feiern für die Mannschaft von Bundestrainer Uwe Krupp. Die Deutschen verloren gegen wenig überzeugende Finnen 0:1 (0:0, 0:1, 0:0).

Für Uwe Krupp war das Ergebnis zwar ärgerlich. Der Bundestrainer sagte: „Wir waren nicht geradlinig genug zum Anfang des Spieles. Es freut mich, dass wir im letzten Drittel mit der notwendigen Verzweiflung dann noch sehr ordentlich gespielt haben.“ Finnlands Nationaltrainer Jukka Lahonen sagte derweil: „Natürlich bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Zwei Drittel lang waren wir gut, im letzten Drittel waren die Deutschen klar besser.“

Es war ein lange Zeit stimmungsarmer Abend in der mit 18.654 Zuschauern ausverkauften Kölnarena. Das deutsche Team machte zwei Drittel lang all das nicht, was ihm am Freitag zum 2:1-Erfolg über die USA genutzt hatte. Es spielte in der Defensive ungeordnet, war zu zweikampfschwach und agierte zu körperlos. Deutschland überließ den Finnen großzügig die Regie, womit diese allerdings nicht viel anfangen konnten.

Das finnische Team wirkte nach der überraschenden 1:4-Niederlage gegen Dänemark etwas durcheinander. Die Deutschen halfen dem Gegner anfangs aber, ein wenig die Ordnung zu finden, indem sie aus dem eigenen Drittel heraus häufig einen Fehlpass statt eines Aufbaupass spielten. So entwickelte sich dann ein Spiel auf rustikalem Niveau. Positiv war für die Deutschen immerhin, dass sie den ersten Abschnitt ohne Gegentor überstanden. Uwe Krupps Idee, Rob Zepp ins Tor zu stellen, erwies sich als gut. Schließlich hat der Torwart der Eisbären Berlin schon mal zwei Jahre in der finnischen Liga gespielt und kennt den nordischen Spielstil bestens.

Eisbären-Torwart Zepp hält überragend

Zepp blieb gegen die Finnen ohne Fehler. Nach 26 Spielminuten landete der Puck trotzdem in seinem Tor. Jarkko Immonen stand völlig frei am linken Pfosten des deutschen Tores und bedankte sich schließlich beim Vorlagengeber Jussi Jokinen, der aus der Position hinter dem deutschen Tor ungestört für den Schützen hatte auflegen können. Ein paar Sekunden zuvor hatte Patrick Hager den Puck verloren.

Gegen Ende des Mittelabschnitts hatten die Deutschen die Chance auf den Ausgleich. Doch der von der Strafbank kommende Iserlohner Michael Wolf künstelte zu viel mit der Scheibe herum und vergaß einen ordentlichen Torschuss, so dass Finnlands Torwart Petri Vehanen parieren konnte. Danach allerdings engagierten sich die Mannschaftskameraden von Wolf wesentlich mehr, die Deutschen drängten im letzten Drittel auf den Ausgleich, was ihnen aber nichts nützte, weil im Abschluss nichts passierte: Allein der Hamburger John Tripp vergab drei gute Möglichkeiten.

Die Deutschen verloren das Spiel unglücklich knapp. Zwei Minuten vor Schluss nahm Krupp noch Torwart Zepp zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, doch auch das half nichts. Am Ende war das Ergebnis für die deutsche Mannschaft aber keine Katastrophe, deutsche Teams haben gegen Finnland oft schlechter ausgesehen als am Montag. So sagte dann auch Marcel Goc, der deutsche Mannschaftskapitän vom NHL-Klub Nashville Predators: „Wir haben jetzt zwei hervorragende Spiele bei der WM abgeliefert und dürfen uns nicht verrückt machen.“ Im letzten Vorrundenspiel müsse man von Beginn an wieder so spielen wie im ersten Turnierspiel gegen die USA. „Dann haben wir eine gute Chance, gegen Dänemark zu gewinnen“, sagte Goc.

Nach der Niederlage in ihrem zweiten Turnierspiel sind die Deutschen nun am Mittwoch in ihrem letzten Vorrundenspiel am Mittwoch gegen Dänemark unter Druck. Denn nur bei einem Sieg spielen sie in jedem Fall in der WM-Zwischenrunde. Die Dänen sind in dieser Hinsicht schon einen Schritt weiter. Nach ihrem Sieg gegen die Finnen demonstrierten sie am Montag, dass der Erfolg zum Auftakt gar nicht so erstaunlich war. Dänemark besiegte die Startruppe der US-Amerikaner 2:1 nach Verlängerung und ist somit bereits für die Zwischenrunde qualifiziert.

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