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Schweden - Deutschland 3:5 : Schürrle-Hattrick sichert Sieg

Wie schon im Hinspiel vor einem Jahr fallen zwischen Schweden und Deutschland acht Tore. Vor allem ein Wackelkandidat sorgt dafür, dass Deutschland das Spiel noch dreht und somit ohne Niederlage die WM-Qualifikation beendet.

Deutschland hat sich im letzten Gruppenspiel in Schweden keine Blöße gegeben und sogar noch eine kleine Revanche für das 4:4 im Hinspiel geschafft. Brasilien kann kommen. Doch der Reihe nach. Die Reise durch Europa und fand in Solna ihren erfolgreichen Schlusspunkt. Was zuvor geschah sehen Sie hier in unserer Bildergalerie.Weitere Bilder anzeigen
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23.05.2014 16:22Deutschland hat sich im letzten Gruppenspiel in Schweden keine Blöße gegeben und sogar noch eine kleine Revanche für das 4:4 im...

Normal geht offensichtlich nicht, wenn die Fußballer von Deutschland und Schweden aufeinandertreffen. 4:4 war das Hinspiel vor einem Jahr ausgegangen, nachdem die Nationalmannschaft schon 4:0 geführt hatte. Am Dienstagabend in Stockholm sah es erneut nach einer bitteren Erfahrung für das Team von Bundestrainer Joachim Löw aus. 0:2 lagen die Deutschen kurz vor der Pause zurück, doch dass sie sich auch auf schwedische Art zurückkämpfen können, zeigten sie in der zweiten Hälfte. Aus dem 0:2 machten sie ein 4:2. Und nach dem Anschlusstreffer schlugen sie noch einmal zurück.

Der überragende André Schürrle traf mit seinem dritten Tor zum 5:3 (1:2)-Endstand. Im zehnten Spiel einer überzeugenden Qualifikation feierten die Deutschen damit ihren neunten Sieg. „Es ist immer schön, wenn viele Tore passieren“, sagte Bastian Schweinsteiger nach seinem 100. Länderspiel. „5:3 ist aber eigentlich kein gutes Ergebnis, ein 2:0 wäre mir lieber.“ Das sah auch Kapitän Philipp Lahm so: „Das hat mit Abstimmung zu tun, und das braucht Zeit.“

Trotz geschaffter Qualifikation hatte Löw auf eine wilde Rotation verzichtet. Nur der gelbgesperrte Sami Khedira und der erkältete Per Mertesacker fehlten, dafür rückten Max Kruse und Mats Hummels in die Startelf. Gerade der Dortmunder Innenverteidiger dürfte sich den Abend anders vorgestellt haben. Dreimal hatte er zuletzt in der Nationalmannschaft auf der Ersatzbank ausharren müssen, dreimal spielten die Deutschen zu null. In Stockholm dauerte es fünf Minuten, bis der erste Gegentreffer fiel – wobei Hummels keine Schuld trug. Nach einem Abschlag von Torhüter Johan Wiland wirkte die gesamte Defensive seltsam ungeordnet. Tobias Hysen stand völlig frei vollendete mit einem Schuss durch die Beine von Manuel Neuer zum 1:0.

Die Gäste taten sich in der Folge schwer gegen die massive Defensive der Schweden. Der Ball umkreiste in endlosen Passstafetten den Strafraum, allein es fehlte der Zielspieler vor dem Tor. Manchmal kam doch eine Flanke an den Fünfmeterraum, als hätte jemand dort den Geist des verletzten Miroslav Klose gesehen. Allein Tomas Müller traf nach einem Freistoß mit einem Kopfball die Latte. Zudem hätte es einen Elfmeter geben können, nachdem Schürrle über das gestreckte Bein von Kim Källström gestürzt war. Schiedsrichter William Collum wollte eine Schwalbe des Deutschen gesehen haben – und zeigte ihm Gelb.

Vier Schüsse hatte Manuel Neuer beim 4:4 vor einem Jahr aufs Tor bekommen; in Stockholm kassierte er mit dem zweiten Torschuss den zweiten Gegentreffer. Wieder war die Abwehr unsortiert, so dass die Schweden erneut freie Bahn hatten. Alexander Kacaniklic traf zum 2:0. Immerhin resignierten die Deutschen nicht, sondern reagierten umgehend. Eine Minute vor der Pause verkürzte Mesut Özil auf 1:2. Nach einem Zuspiel von Kruse legte er sich den Ball mit seinem linken Fuß vor und vollendete mit rechts. Es war für Özil, der gestern seinen 25. Geburtstag feierte, das achte Tor in der WM-Qualifikation.

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Löw reagierte zur zweiten Halbzeit, brachte Mario Götze für Müller, einen filigranen Techniker gegen die kantigen Verteidiger, der im Abwehrdickicht der Schweden ein paar unentdeckte Räume erschließen sollte. Als der Münchner kurz darauf von der Strafraumgrenze zum 2:2-Ausgleich traf, hatte er jedoch vergleichsweise viel Platz – weil die Deutschen einmal schnell umgeschaltet hatten. Einen entscheidenden Anteil hatte André Schürrle, der sich an der Mittellinie gegen zwei Mann behauptet und dann den Angriff eingeleitet hatte.

Deutschlands Weg nach Brasilien
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Der Offensivspieler des FC Chelsea wurde nun zur auffälligsten Figur auf dem Feld. Nur fünf Minuten nach dem Ausgleich profitierte er von einem hanebüchenen Fehler des schwedischen Innenverteidigers Per Nilsson, der ihm den Ball genau in die Füße spielte. Schürrle ließ sich nicht mehr aufhalten und traf zum 3:2. Wenig später gelang ihm nach einem weiteren Ballverlust der Schweden vor dem eigenen Strafraum auch noch das 4:2.

Es dauerte allerdings nur drei Minuten, ehe Neuer – mit dem dritten Torschuss der Schweden – das dritte Gegentor kassierte. Hysen lief nach einem Freistoß geschickt in Position und traf unhaltbar für den deutschen Torhüter. Dass es keine Wiederauflage des Hinspiels gab, verhinderte der überragende Schürrle, der mit einem Schlenzer von der Strafraumlinie seinen dritten Treffer erzielte. Normal war auch das nicht. (Tsp)

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