WM 2014 - deutsche Torhüter : Joachim Löw wartet auf Manuel Neuer

Joachim Löw rechnet fest mit Manuel Neuer im Tor des Nationalelf für die WM in Brasilien. Der Bundestrainer gibt sich zuversichtlich, dass Neuers Schulterverletzung "bis nächste Woche komplett ausgestanden ist".

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Er will das schultern. Manuel Neuer rechnet fest mit seiner WM-Teilnahme.
Er will das schultern. Manuel Neuer rechnet fest mit seiner WM-Teilnahme.Foto: AFP

In den täglichen Fragerunden mit den deutschen Fußball-Nationalspielern ist es gegen Ende des Trainingslagers immer häufiger um die Position des Torhüters gegangen. Die Nationalspieler wurden gefragt, was sich ändere, wenn hinter ihnen nicht Manuel Neuer stehe, sondern ein anderer Torwart. Ihre Ausführungen waren nicht besonders erhellend, was vielleicht auch daran liegt, dass sie sich noch nicht ernsthaft mit dieser Variante beschäftigt haben. Und das – im Unterschied zur allgemeinen Aufgeregtheit – offensichtlich zu Recht. Für die Weltmeisterschaft in Brasilien rechnet Bundestrainer Joachim Löw fest mit Manuel Neuer. Er sei zuversichtlich, dass dessen Schulterverletzung „bis nächste Woche komplett ausgestanden ist“.

Obwohl Neuer im Passeiertal kein einziges Mal mit der Mannschaft trainieren konnte, soll er schon am kommenden Freitag, im Testspiel gegen Armenien, wieder auf dem Platz stehen. Für die Begegnung an diesem Sonntag in Mönchengladbach reicht es allerdings noch nicht. Gegen Kamerun wird Roman Weidenfeller im Tor beginnen. Der Dortmunder darf sich nach der Vorbereitung als klare Nummer zwei fühlen – hinter Neuer und vor dem Hannoveraner Ron-Robert Zieler. Weidenfeller hat erst im November im gesegneten Alter von 33 Jahren für die Nationalmannschaft debütiert, gegen Kamerun wird er sein zweites Länderspiel bestreiten. Die späte Teilnahme an der WM ist für den Dortmunder „gewissermaßen eine Abrundung meiner Karriere“.

Weidenfeller habe im Training einen sehr guten Eindruck hinterlassen, sagte Löw. Er sei „ein Torhüter mit einer enorm hohen Qualität und einer wahnsinnig guten Ausstrahlung“, dazu athletisch, reaktionsschnell und „menschlich ein sehr großer Gewinn für unsere Mannschaft“. Mit dem exzessiven Lob für Weidenfeller wollte der Bundestrainer natürlich auch die unterschwellige Botschaft verbreiten: Selbst wenn Neuer ausfallen sollte, muss sich niemand ernsthaft Sorgen machen. Aber von diesem Fall geht bei der Nationalmannschaft inzwischen niemand mehr aus.

Torwarttrainer Andreas Köpke wird mit Manuel Neuer in München Sondereinheiten einlegen

Neuer soll die freien Tage zwischen den Spielen gegen Kamerun und Armenien nutzen, um sich ausreichend in Form zu bringen. Torwarttrainer Andreas Köpke wird eigens zu Neuer nach München reisen, um ihm ein torwartspezifisches Training zu ermöglichen. Medizinische Komplikationen werden nicht erwartet. Die Verletzung an der Kapsel des Schultereckgelenks sei zwar schmerzhaft, berichtete Löw, „es besteht aber keine Gefahr, dass etwas kaputtgeht“.

Das Risiko wird als in jeder Hinsicht beherrschbar eingeschätzt. „Wir haben Zeit“, sagt Löw. Bis zum ersten WM-Spiel der Deutschen gegen Portugal sind es noch mehr als zwei Wochen. Große Einbußen an Form und Fitness erwartet der Bundestrainer bei Neuer nicht. Und die Gefahr, dass Löw einen wertvollen Kaderplatz leichtsinnig aufs Spiel setzt, besteht ebenfalls erst einmal nicht.

Zum einen ist Deutschlands dritter Torhüter noch nie bei einer Weltmeisterschaft zum Einsatz gekommen. Zum anderen könnte Löw selbst nach der Benennung des finalen WM-Kaders am 2. Juni noch einmal reagieren. Sollte bei Neuer eine so schwere Verletzung festgestellt werden, dass er für die komplette WM ausfällt, könnte der Bundestrainer einen anderen Torhüter nachnominieren – bis 24 Stunden vor dem Anpfiff des Portugal-Spiels. Der Mönchengladbacher Marc-André ter Stegen ist für diesen Fall bereits in Alarmbereitschaft versetzt worden.

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